Dienstag, 27. Juli 2010

Milliansstrass Kapitel 15 und folgende

Milliansstrass

Roman von Karl Weiss

Verehrter Leser, ein Blog ist natürlich eigentlich nicht zum Veröffentlichen eines Romans gedacht, denn die Eintragungen gehen ja nach unten mit jeder neuen. Deshalb muss man diesen Roman von unten nach oben lesen. Hier der Link zum Anfang: //milliansstrass.twoday.net/stories/milliansstrass-1/ Jeweils am Ende der Teile kommt dann ein Link zum nächsten Teil.



1. Veröffentlichung, 3. Stück, Kapitel 15 und folgende

15. Zwei Jahre später

Die folgenden zwei Jahre machte meine sexuelle Erziehung nur unwesentlichen Fortschritte. Wie die meisten Jungen in diesem Alter war ich auf „Handarbeit“ angewiesen.

Das heißt, eigentlich bevorzugte ich weiterhin die Drückmethode. Hauptsächlich, weil sich so leichter an das Raufspiel denken ließ.

Außerdem hatte mein Vater jetzt die Manie entwickelt, mich dabei „in flagranti“ erwischen zu wollen. Offenbar hatte meine Mutter über die feuchten Flecken auf dem Bettuch berichtet und er hatte jetzt wohl seinen Erziehungsauftrag entdeckt, wollte mich „beim Akt“ erwischen und dann wahrscheinlich eine Predigt halten. Abends, wenn ich im Bett lag, kam er „wie zufällig“ vorbei, packte plötzlich meine Bettdecke und zog sie weg. Er hoffte wohl, mich jetzt mit heruntergezogener Schlafanzughose und steifem Pimmel und eventuell sogar noch der Hand daran zu finden.

Er schaffte es aber nie, mich zu erwischen. Ich pflegte ja auf dem Bauch zu schlafen und eben die Drueckmethode auf dem Bauch anzuwenden. Wäre interessant gewesen, wenn er mich doch einmal erwischt hätte, nur um zu wissen, welche Art von Predigt er gehalten hätte. Ob er wirklich die Stirn gehabt hätte, die Schauermärchen zu erzählen von den Schäden, die das angeblich verursacht? Wahrscheinlich wäre es wohl mehr wie in jenen religiösen Traktaten ausgefallen, daß man das nicht machen dürfe, daß es Todsünde sei, kombiniert mit dunklen Andeutungen darüber, was passiert, wenn man nicht damit aufhört.

Fast genau zwei Jahre nach dem Ende meiner „Rauf“-Karriere, kurz nach meinem 13. Geburtstag, kam jenes einschneidende Ereignis, das nicht nur eine neue Phase meiner sexuellen Aktivität einleitete, sondern auch meinem zukünftigen Leben eine Wende geben sollte.

Wie schon die erste Phase, begann auch diese mit meinem Unterschlupf. Den gab es ja immer noch und ich hatte mit meiner Auftauch-Methode schon so manche von denen vertrieben, die ihn kannten. So konnte ich ihn relativ häufig nutzen, ohne gestört zu werden.

Ich fuhr mit dem Rad hin, wenn ich Vokabeln lernen mußte oder meinen Gedanken nachhängen wollte. Manchmal, wenn das Besetztzeichen an war, schlich ich mich wieder heran und beobachtete ein Pärchen oder eine einzelne Person.

In der Regel wurde hier Sex gemacht, allein oder zu zweit, ganz selten traf ich jemand an, der einfach nur den Ort genoß, wie ich das dort meistens tat.

D.h. ich bekam dort auch öfters mein sexuelles Erlebnis, aber beim Zugucken. Wenn ich ein Pärchen oder eine Frau beim Sex beobachtete und dabei auf dem Bauch lag, brauchte ich ihn nur gegen den Boden zu drücken und mich ein wenig, fast unmerklich, bewegen und ich kam bis zum Orgasmus.

Weiterhin war es für mich am angenehmsten, Frauen beim Masturbieren zu beobachten. Es waren fünf Frauen, die mit einer gewissen Regelmässigkeit diesen Ort zum Zweck der angenehmen Gefühle aufsuchten. Nach einiger Zeit erkannte ich sie wieder.

Die ‚Flache‘, wie ich sie für mich nannte, war gut vorbereitet und ordentlich bis zur Pedanterie. Sie kam mit einer Decke und breitete sie aus. Dann beobachtete und horchte sie minutenlang, um sicher zu gehen, dass niemand in der Nähe war (es freute mich diebisch sie zu überlisteten).

Sie zog sich vollständig aus und legte die Kleidung ordentlich zusammen. Dann legte sie sich auf die Decke, öffnete die Beine und begann sich mit der rechten Hand zu stimulieren, während die andere Hand die Brustwarzen rieb. Sie hatte fast keine Brust, nur jeweils eine kleine Erhöhung und die grossen Brustwarzen einer Frau. (deshalb die Flache).

Ihre Schamhaare waren blond und liessen gut sehen, wo sie da rieb. Sie konzentrierte sich auf den kritischen Punkt, den ich ja jetzt schon kannte. Sie liess keinen Laut hören. Nur das lautere und schnellere Atmen zeugte von der Erregung. Wenn sie (lautlos) zum Höhepunkt kam, verdrehte sie ihre Augen.

Dann kamen die Augen zurück und sie starrte gegen den Himmel, als ob sie dort eine Erscheinung sehen würde. Danach war sie völlig ausser Atem. Sie brauchte fünf Minuten, um wieder zu Atem zu kommen.

Eine zweite, die ich allerdings erst einmal beobachtet hatte und die noch keinen Spitznamen ‚abbekommen’ hatte, war Ruth, der wir gleich wieder begegnen werden.

Die dritte war eine kleine unscheinbare Frau von zwischen dreissig und vierzig Jahren, die nichts irgendwie Auffallendes an sich hatte. Auch ihr Sex war klein und unscheinbar und so nannte ich sie die Niemand. Sie brauchte lange, manchmal 10 oder 15 Minuten, um zum Höhepunkt zu kommen. Nur am heftigen Ausatmen war überhaupt zu erkennen, dass sie einen hatte.

Die vierte und fünfte aber waren der stärkste Grund, warum ich mich oft anschlich, wenn besetzt war. Jedesmal hoffte ich, sie hier anzutreffen.

Die vierte nannte ich ‚Kannibale‘, weil sie so wild ausssah, wie ich meinte. Sie war schwarzhaarig und hatte dunkleren Teint als üblich. Sie war älter als die anderen. Sie zog sich nicht aus, sondern schob nur ihren BH und die Bluse nach oben, lüpfte den Rock und griff sich ins Höschen.

Mit den Fortschreiten der Erregung streifte sie dann aber doch das Höschen herunter. Sie hatte nur kleine herunterhängende Brüste, aber die waren ausgestattet mit einem Paar von dunkelbraunen und grossen hervorspringenden Warzenhöfen, auf denen riesige Brustwarzen sassen.

Ich träumte zu jener Zeit davon, an diesen Warzen lutschen zu können. Ein riesiger schwarzer Haarbusch verhinderte jede Sicht auf das, was sie da unten stimulierte, aber es ragten zwei innere Lippen von unwahrscheinlicher Länge heraus. Sie hingen da wie ein Euter unter ihr, wenn sie danach aufstand und nach dem Höschen suchte. Der Gedanke, jene inneren Schamlippen berühren zu können, trieb mich zu hervorragenden Orgasmen beim Onanieren.

Die fünfte war eine etwas ältere Ausführung jener jungen Frau, die ich hier zuerst beobachtet hatte, die aber nie wieder aufgetaucht war. Ihre Brüste waren nicht gross, aber fest und hatten jene dunklen Brustwarzen und Warzenhöfe, die mich so fasziniert hatten. Wenn sie Hand an sich legte, konnte ich mir vorstellen, sie wäre die junge Frau vom ersten Mal. Das regte mich unglaublich an. Ich hatte mir vorgestellt, das jene junge Frau Anna heisst und so nannte ich sie auch Anna.

Das Beobachten von Männern, die sich „einen herunterholten“, war dagegen wenig ergiebig, obwohl ich dies auch manchmal tat. Einmal kann man ja immer noch etwas dazulernen und andererseits war ich immer wieder beeindruckt von der Größe der Phallusse und der verschiedenen Form, die so ein Penis annehmen kann.

Manche von ihnen sahen ganz normal aus, wenn sie klein waren, waren aber in Erregung stark gekrümmt. Ich erinnere mich an einen, der zur Seite hingekrümmt war, so dass die Eichel fast genau zur Seite sah und an einen anderen, dessen Krümmung nach oben ging. Wenn er ‚abschoss’, musste der Mann aufpassen, dass es ihm nicht ins eigene Gesicht spritzte.

Einmal sah ich einen, der viel dicker war als üblich, sobald er ‚gewachsen’ war. Obwohl er nicht besonders lang war, machte er einen unheimlich bulligen Eindruck. Ein anderer war genau das Gegenteil. Länger als normal, aber sehr dünn und mit einer sehr kleinen Eichel.

Überhaupt waren die Eicheln äusserst unterschiedlich. Da gab es eine, die weit dicker war als der Schaft. Das sah aus wie ein Glockenklöppel. Eine andere dagegen war ganz klein. Das sah aus, als ob der Phallus spitz zulaufen würde.

Einmal sah ich einen Riesenprügel, der dem Mann bis deutlich über den Bauchnabel ging und öfters tauchten eher mickrige Vertreter der Gattung auf, einer war kaum größer als das, was ich da mit 13 Jahren inzwischen hatte.

Selbst liebte ich es nicht besonders, hier im Unterschlupf zu onanieren, weil ich ja besser als jeder wußte, daß man hier beobachtet werden konnte. Wie die meisten ließ ich mir dabei nicht gerne zusehen. Das hinderte mich aber nicht, bei anderen hinzusehen.

Inzwischen hatte ich schon bemerkt, daß die Methode, ihn in jenes bewußte Loch zu stecken, doch weiter verbreitet war als ich gedacht hatte. Einige Paare kamen mit Decke hierher, einmal sah ich sogar eines, das ein kleines Sofakissen mitbrachte, das unter der Hüfte der Frau plaziert wurde. Gleichzeitig konnte ich aber doch auch immer wieder feststellen, daß die Methode mit Penetration sehr häufig dazu führte, daß nur er zum Höhepunkt kam, sie oft noch weit davon entfernt war.

Nur die wenigsten der Männer kamen dann auf die Idee, sich danach noch ihrer Lust zu widmen. Die weitverbreitete Mißachtung des weiblichen Anteils an den schönen Gefühlen erstaunte mich immer wieder, ebenso wie die Tatsache, daß diese Frauen das meist kommentarlos hinnahmen.

Nun wusste ich auch schon, daß es sich ficken oder vögeln nannte, daß die Sache bei der Frau Möse oder Fotze hieß und daß meiner nicht etwa, laut meiner Mutter, ein Pinchen war, sondern ein Zipfel oder Schwanz und in erregtem Zustand eine Latte.

Auch hatte ich schon grobe Andeutungen gehört, daß es etwas mit Kinderkriegen zu tun haben soll, ohne aber zu wissen, um was es sich eigentlich handelte.

Die religiösen Organisationen hatten es zu jener Zeit ja noch geschafft, jegliche Art von Aufklärung an den Schulen zu verhindern, selbst jene, die nur biologische Funktionen erklärt. Nicht, daß diese Art von Sexualkundeunterricht für die Heranwachsenden eine große Hilfe wäre, aber mit 13 Jahren hätte ich ja immerhin schon wissen können, daß mein Sperma in der Vulva einer Frau in die Vagina kommen und sie dann ein Kind von mir bekommen kann.

Ich hatte auch schon gesehen, daß einige der Männer vorher eine Gummihaut über ihn ziehen, wußte aber nicht warum und wie sich das Ding nennt. Die gebrauchten Gummihäute wurden in oder beim Unterschlupf zurückgelassen.

Anhand solcher zurückgelassenen Präservative hatte ich auch schon entdeckt, daß der Unterschlupf auch abends und nachts frequentiert wurde.

Um diese Zeit, kurz vor dem Ende des Schuljahres, war der Neubau meiner ‚Oberschule‘ fertig geworden und wir hatten dort bereits Unterricht, obwohl erst mit Beginn des neuen Schuljahres offiziell Einweihung gefeiert wurde. Damit war die Zeit des Schichtunterrichts beendet und ich hatte nicht nur drei, sondern alle Nachmittage für mich und konnte oft zum Unterschlupf und dort beobachten.

Wer im Unterschlupf war und jemand anderen (meist von oben her) sich annähern hörte, stand üblicherweise auf, so daß die sich annähernde Person erkennen konnte, daß besetzt war. Wer sich annäherte, drehte dann ab und tat meistens so, als ob er gar nicht zum Unterschlupf gewollt hätte. Dies schien eine ungeschriebene Regel zu sein, jedenfalls habe ich nie ein anderes Verhalten beobachtet, außer … ja, außer an jenem Tag im Mai, der mein Leben verändern sollte.


16. Ruth

An jenem Tag war ich allein im Unterschlupf und hing meinen Gedanken nach. Ruth aber, die sich annäherte, dachte, ich sei zu einem ganz bestimmten Zweck da, als ich aufstand und sie mich sah, während sie sich durch die Büsche auf den Unterschlupf zuschob.

Sie ging nicht weg, sondern stutzte nur kurz und kam weiter auf mich zu. Ruth war eine Frau von etwa 35 Jahren und war an diesem Tag wirklich heiß, wie sie mir später erzählte. Sie war fest entschlossen, sich hier jetzt lustvoll mit sich selbst zu beschäftigen.

Als sie mich dort sah, ging sie wohl automatisch davon aus, daß ich zum gleichen Zweck dort sein mußte und dachte spontan, dann könne man das ja auch gemeinsam machen.

Auf diese Situation war ich nicht vorbereitet. Die fremde Frau kam zu mir in den Unterschlupf und begann leise auf mich einzureden. Ich hätte natürlich einfach weggehen können, dachte aber, daß ich einfach ein Recht hätte hierzubleiben. Einmal war es schließlich mein Unterschlupf und außerdem war hier die Regel, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Sie war es, die gehen mußte!

Nun begann sie mich zu umarmen und zu streicheln und flüsterte Dinge, die mir komisch vorkamen:

„Was wollte denn mein Kleiner hier machen, na? Sicher etwas sehr Angenehmes! Das können wir zwei auch zusammen machen, mein kleiner Liebling!“

Sie kniete jetzt vor mir und hielt mich fest im Arm. Ich kam mir irgendwie gefangen vor. Ohne weitere Umstände öffnete sie meine Hose und holte ihn heraus.

„Ja, da ist er ja, unser kleiner Freund! Oh, ist der aber winzig!“

Er war es nicht gewohnt, von einer Frauenhand gehalten zu werden und begann gleich hart zu werden.

„Ja, aha, ja siehst du, na, nun sieht er doch schon viel ansehnlicher aus!“

Sie nahm dies als Zustimmung meinerseits, aber ich fühlte mich weiterhin unangenehm. Sie rieb ihn ein bißchen und ließ mich dann los und begann an sich zu nesteln. Das schien mir der rechte Augenblick, um zu fliehen. Ich überlegte blitzschnell, wohin ich laufen sollte.

Wenn ich mich nach unten (zu meinem Rad hin) durch das Gebüsch schob, war ich zu langsam und sie hätte mich leicht einholen können, auch durch meinen Tunnel kriechen war zu langsam. Wenn ich aber nach oben zum Weg hin floh, so hatte sie dort mit Sicherheit ihr Rad stehen, mit dem sie mich dann leicht einholte, bevor ich zu meinem kam.

Während ich noch überlegte, hatte sie schon ihre Bluse geöffnet und ihren BH abgenommen. Was ich jetzt aus nächster Nähe zu sehen bekam, ließ mich meine Fluchtpläne etwas auf Eis legen.

Sie hatte große, pralle Brüste (ich nannte sie später immer Ballonbusen) mit großen Warzenhöfen, leider nicht so dunkel, wie ich es liebte, aber doch sehr beeindruckend. Die Warzenhöfe hoben sich in der Farbe kaum von der umliegenden Haut ab, aber die Brustwarzen waren gross und erhaben, sie „sprangen“ mir direkt ins Gesicht. Diese Pracht ließ mich zögern.

Schon zog sie mir die Hose und Unterhose ganz herunter und nahm mir damit jede Chance zur Flucht. Sie rieb meinen Kleinen erneut und er begann schon deutliche Signale von angenehmem Gefühl an mich zu senden.

„Na, wie gefällt dir das, mein Kleiner? Gefällt dir das? Ich bin die Ruth und du darfst du zu mir sagen.“

Sie entledigte sich blitzschnell ihres Rockes und Schlüpfers und ich bekam ihre Vulva zu sehen. So ganz aus der Nähe, hervorgehoben noch durch das Dreieck von braunen Haaren darüber und die langen Haare außen herum schien sie mir riesig und irgendwie bedrohlich.

Ganz ohne weitere Umstände legte sie sich jetzt zurück, zog mich über sich, öffnete die Beine, griff nach unten und steckte meinen hinein, gleich dort, ins „richtige“ Loch.

Jetzt war ich also das erste Mal „richtig“ drinnen bei einer Frau und – wußte nicht, was ich tun sollte!

Die Bewegung, die jetzt von mir erwartet wurde, war bei mir irgendwie nicht angeboren oder ich hatte sie mit meinen Spielkameradinnen verlernt, jedenfalls blieb ich still in dieser Position und beschäftigte mich mit den Brüsten, die ja jetzt für mich genau in Gesichtshöhe waren. Ich hatte das Gefühl, daß mein Kleiner in einer riesigen Röhre völlig verloren war, nur an einer Seite überhaupt die Wand berührte.

Ich war aber doch schon sehr erregt und beschloß dann, daß ich meine Freude haben wollte. Ich tat, was ich schon kannte: Ich holte ihn da heraus, legte ihn zwischen die Lippen ihrer Vulva und begann zu reiben.

Zuerst stutzte sie einen Moment, aber dann genoß sie es sichtlich. Mein Kleiner verschwand völlig zwischen ihren Lippen und kam auch bei stärkerer Bewegung nicht hervor, obwohl er in den letzten zwei Jahren schon gewachsen war.

Jetzt beschäftigte ich mich auch intensiv mit ihren Brüsten. Ich nahm die Warzen in den Mund und lutschte an ihnen, ich zwirbelte an den Brustwarzen, was ihr offenbar gut gefiel, ich ‚spielte‘ mit ihren Brüsten, ließ sie zur Seite fallen und holte sie wieder hoch, drückte sie in der Mitte zusammen, legte mein Gesicht dazwischen und drückte von beiden Seiten dagegen, am liebsten lutschte ich aber abwechselnd an den Warzen und drückte meinen Mund dagegen, so daß mein ganzes Gesicht die angenehme weiche Berührung der Brust spürte.

Diese Brüste waren nicht so hart, wie es die meiner Spielkameradinnen gewesen waren. Sie ‚gaben mehr her‘.

Ich hatte gleich gespürt, daß sie da drinnen schon ganz glitschig gewesen war, als wir angefangen hatten und jetzt merkte ich, daß sie schon extrem erregt war. Ich rieb weiter und ihr Atmen, Flüstern und Stöhnen wurde jetzt ziemlich laut.

Dann merkte ich, daß sie zum Höhepunkt kam. Auch jetzt rieb ich weiter, wie ich es gewohnt war. Danach flaute ihre Erregung (und Lautstärke) etwas ab, doch dann, nach kurzer Zeit, war sie schon wieder aufs Höchste erregt. Als ich schließlich auch zu meinem Orgasmus kam, war sie schon wieder kurz davor. Ich rieb noch weiter, bevor er in sich zusammensank. Da hatte sie auch schon ihren zweiten Orgasmus.

Dann rollte ich von ihr herunter und legte mich neben sie. Sie war von dem Erlebtem offenbar extrem entzückt. Sie drückte mich an sich, streichelte meinen ganzen Körper, nannte mich jetzt nicht mehr „mein Kleiner“, sondern „mein starker Liebhaber“, flüsterte
„Ich wußte ja nicht, daß du so gut bist.“ und
„Mein Liebling, mein Liebling!“,
fragte mich nach meinem Namen und wie alt ich wäre.

Ich sagte es ihr, d.h. ich sagte ihr nur den Vornamen und ‚13‘ schien sie nicht besonders zu stören. Sie begann meinen ganzen Körper zu küssen. Wenn sie zu meinem Kleinen kam, küßte sie ihn besonders intensiv. Er ließ sich aber nicht beeindrucken, er war schließlich kurz zuvor erst „in Ohnmacht gefallen“. Sie wollte mich jetzt auf den Mund küssen, das ließ ich aber nicht zu. Ich fand das weiterhin äußerst befremdend.

Dann widmete sie sich wieder meinem Körper. Als sie mich dort zwischen den Beinen, unter dem kleinen Säckchen, küßte, spürte ich ein äußerst angenehmes Kribbeln und ließ einen kleinen Seufzer fahren. Daraufhin verstärkte sie ihre Anstrengungen dort. Sie nahm meine kleinen Bällchen sanft in den Mund, fuhr wieder und wieder mit der Zunge von zwischen den Beinen bis zur Spitze des Penis und nahm dann den ganzen Penis in den Mund und lutschte an ihm, so wie ich an ihren Brustwarzen gelutscht hatte. Ich fand das weiterhin befremdlich, weil ich daran denken mußte, daß dort doch das Pipi herauskommt, genoß es aber gleichzeitig.

Und siehe da, nach kurzer Zeit, obwohl mein Orgasmus erst zehn Minuten her war, begann er sich langsam wieder zu regen. Nach weiteren zwei Minuten in ihrem Mund war er wieder so steif wie vorher. Ich fühlte mich äußerst erregt und wollte jetzt wissen, ob ich nicht auch noch einen zweiten Höhepunkt bekommen konnte.

Ich drückte sie wieder auf den Rücken und sie ließ es sich gefallen. Dann schob ich mich wieder zwischen ihre Beine, legte mich auf sie, plazierte ihn wieder längs zwischen ihre Lippen und begann wieder zu reiben, mit jener kleinen Halbkreisbewegung des Beckens.

Sie ließ eine Menge Aahs und Oohs hören und war nach kurzer Zeit wieder hör- und sichtbar erregt. Auch ich kam schnell wieder zu einer deutlichen Erregung, aber das Reiben im normalen Rhythmus steigerte jetzt diese Erregung nicht weiter, sie blieb auf mittlerer Ebene, bei etwa 4 bis 6 auf der Skala von 0 bis 10 und ich konnte lange Zeit weiter reiben, ohne erneut zum Höhepunkt zu kommen. Ruth kam inzwischen schon zum dritten Orgasmus.

Ihre Orgasmen waren nicht mit soviel Show verbunden, wie ich das von Lilli oder Marianne kannte, aber ich konnte sie doch erkennen, weil ich ja schon Erfahrungen mit weiblichen Orgasmen aus nächster Nähe und vom Zuschauen hatte.

Ich machte immer weiter und ihre Äußerungen des Entzückens wurden jetzt so laut, daß ich fast befürchten mußte, man könne sie am Weg hören.

Dann kam sie zum vierten Höhepunkt, ihre Seufzer glichen mehr kleinen Schreien. Die Kraft, mit der sie mich an sich drückte, machte mir Angst, sie könne mir etwas brechen. Sie griff dann nach meinen Hinterbacken und dirigierte den Rhythmus der Bewegungen.

Weiter an ihren Brüsten lutschend, merkte ich jetzt, daß ich mit einem schnelleren Rhythmus meine Erregung weiter steigern konnte. Nun rieb ich in einem frenetischen Rhythmus, so schnell es nur irgend ging und sie gebärdete sich wild da unter mir.

Dann kamen wir fast gleichzeitig zum Höhepunkt, sie zum fünften und ich zum zweiten. Während ich bemerkte, daß mein Orgasmus nicht so stark und beeindruckend wie der erste war, schienen ihre sich eher in der Intensität zu steigern. Sie war praktisch außer sich vor Entzücken.

Wieder rollte ich von ihr herunter und sie nahm mich in die Arme und drückte und küßte mich heftig und blieb eine lange Zeit so mit mir umschlungen. Was sie jetzt flüsterte, war wieder verschieden:

„Oh, du Supermann, du Potenzwunder, oh mein herzallerliebster Potenzprotz, oh mein großer Liebhaber.“

Als sie mich wieder losließ, begann ich mich anzuziehen und wollte mich auf den Weg machen. Aber sie hielt mich fest und redete auf mich ein. Sie wollte meinen Nachnamen wissen und wo ich wohne und auf welche Schule ich gehe.

Ich verweigerte darüber jede Auskunft. Die Vorstellung, sie taucht bei meinen Eltern oder in der Schule auf und erzählt eventuell, was wir gemacht hatten, war ein Horror!

Ich hatte keine Ahnung davon, daß sie sich hüten würde das zu erzählen, denn was sie da eben mit einem 13jährigen gemacht hatte, war für eine nette kleine Gefängnisstrafe ‚gut‘.

Mir war klar, daß ich in den Augen meiner Eltern und Lehrer ein ‚Verbrechen‘ begangen hatte, wußte aber nicht, daß die Gesellschaft das, was sie getan hatte als richtiges, als Erwachsenenverbrechen ansieht.

Sie fragte mich diese Dinge um sicherzustellen, daß sie mich wieder treffen konnte. Ich blieb aber verschlossen und sagte, ich müsse jetzt gehen. Sie lud mich für den folgenden Tag zu sich nach Hause ein und nannte mir ihren vollen Namen (die Adresse war ganz bei uns in der Nähe). Ich sagte aber, ich hätte morgen keine Zeit.

„Und übermorgen?“
„Auch nicht!“
„Und Freitag?“
„Auch nicht!“
„Hast du denn keine Lust, das mit mir noch einmal zu machen?“
„Ich weiß nicht!“
„Wo kann ich dich wieder treffen?“
„- - - Hier! Ich bin öfters hier!“
„Gut, ich warte hier nachmittags auf dich.“
„Gut, Servus!“
„Servus!“
Und weg war ich.

Einerseits war das Ganze für mich fremdartig und sogar etwas bedrohlich und ich überlegte mir immer wieder, ob ich mich wieder mit ihr treffen sollte. Andererseits war es aber soooo angenehm gewesen, all die schönen Gefühle, die ich so vermißt hatte, seit ich nicht mehr mit meinen Spielkameradinnen zusammen war, waren wieder da und noch einige mehr.

Dagegen war die 'Handarbeit' oder das 'Drücken' doch nicht mehr als ein schwächlicher Ersatz. Trotzdem, meine Gefühle blieben widersprüchlich.

An den folgenden Tagen schlich ich mich nachmittags an den Unterschlupf heran, um zu sehen, ob sie wirklich dort war. Tatsächlich, jeden Tag wartete sie dort praktisch den ganzen Nachmittag auf mich. Ich schlich mich aber jedesmal wieder davon, ohne mich zu erkennen zu geben.

Doch dann, nach einer Woche, beschloß ich, sie wieder zu treffen. Diesmal fuhr ich mit dem Fahrrad zum oberen Weg und kam mit vollem Geräusch durch die Büsche. Sie weinte, als sie mich sah, umarmte mich und erklärte unter Tränen, sie liebe mich und hätte schon befürchtet, mich nie wieder zu sehen.

Auch diesmal kamen wir wieder ziemlich schnell zur Sache. Ihr erster Orgasmus ließ diesmal länger auf sich warten und so kam ich schon zum Höhepunkt, bevor sie nahe dem zweiten war.

Das tat aber dem Fest keinen Abbruch. Sie wußte ja jetzt, daß sie 'ihn' nach zehn Minuten wieder zum Leben erwecken konnte und dann ging`s auf und davon.

Diesmal kam sie zu sechs Orgasmen und ich wieder zu zwei. Ihre Lobeshymnen über den Supermann und ihre Schwüre, daß sie mich liebe und immer bei mir bleiben wolle, wollten kein Ende nehmen.

Ich ließ mich aber erneut auf nichts ein, sondern verabredete mich nur für zwei Tage später am gleichen Ort.

Am darauffolgenden Tag schlich ich mich an und sah, daß sie dort war, obwohl ich gesagt hatte, ich könne nicht. An diesem Tag hatte ich schon einmal abgecheckt, wo sie wohnte (sie hatte mir ihren Nachnamen und die Adresse ja schon zweimal gesagt). Es war in der Knöbelstrasse, nicht weit von uns entfernt. Die Häuser gibt es heute nicht mehr, dort führt heute der Münchner Altstadtring entlang.

Einen Tag danach wiederholten wir unseren Liebesnachmittag, diesmal wieder mit fünf Orgasmen ihrerseits.

Ich akzeptierte, zu ihr in die Wohnung zu kommen, aber erst in der darauffolgenden Woche. Ich fühlte mich immer noch etwas vereinnahmt und verunsichert und wollte meine Freiheit behalten. So traf ich mich am Anfang nur einmal die Woche mit ihr, obwohl sie auf häufigere Treffen drängte.

Später aber ließ ich mich zu zwei Treffen pro Woche überreden.


17. In Ruths Wohnung

Sie wohnte allein dort in einer Zweizimmerwohnung. In ihrem Schlafzimmer hatte sie ein großes, altes Doppelbett stehen, wo jetzt unsere Sexnachmittage stattfanden. Es wurden fast immer fünf oder sechs Orgasmen für sie und zwei für mich.

Jetzt, in ihrer Wohnung, wo sie Fenster und Türen schließen konnte, unterdrückte sie ihre Entzückensäußerungen nicht mehr. Sie stöhnte laut, stieß kleine Schreie aus, und die Orgasmen wurden von lautem Aaah-, Aaah-, Aaaaaah– Gesang in den höchsten Tönen begleitet.

Sie versuchte jetzt, unsere Nachmittage mehr auszudehnen, erzählte mir aus ihrem Leben und versuchte mehr über mich zu erfahren, was ich aber so weit wie möglich abblockte.

„Als ich mit 20 Jahren heiratete, war ich noch Jungfrau.“

Ich tat so, als wüßte ich, was sie mit „Jungfrau“ meinte, konnte ja unmöglich zugeben, daß ich nur eine grobe Vorstellung hatte.

„Ich wollte nicht mehr weiter bei meinen Eltern leben und mein Freund hatte mir versprochen, mich auf Händen zu tragen. Wenn mein Mann dann mit mir Sex machte, warf er sich auf mich, drang ein, ohne daß ich vorbereitet war - was weh tut -, spritzte dann nach kurzer Zeit ab und ließ mich mit meiner sexuellen Erregung allein.

Einmal sprach ich mit ihm darüber, aber er bemerkte nur trocken, wenn ich es wegen der Wollust machen würde, sei ich eine Hure! Eines Tages fand ich dann einen Liebhaber. Der konnte mich zum Höhepunkt bringen, allerdings immer nur einmal.

Mein Mann kam aber dahinter und warf mich aus dem Haus. Ich wurde schuldig geschieden. Zum Glück hatten wir keine Kinder bekommen. Mein Liebhaber hatte kurze Zeit später das Interesse an mir verloren und seitdem, seit ungefähr sechs Jahren, lebe ich allein.“

Sie hatte eine Halbtagstätigkeit, nur vormittags, ich glaube es war als Zahnarzthelferin.

„Ich bin völlig glücklich mit dir. Ich liebe dich, wie ich noch nie einen Mann geliebt habe. Liebst du mich auch? Möchtest du immer mit mir zusammen bleiben?“

„Ich weiß nicht. Ich bin nur ein Junge von 13 Jahren.“

Da sagte sie nichts mehr.

So ging es ungefähr ein halbes Jahr. Ich war zufrieden damit, so wie es war. Mein normaler Werktag-Rhythmus: Frühstück, Schule, Mittagessen, Hausaufgaben, Spielen, Abendessen, Schlafen, war jetzt für zwei Tage in der Woche abgeändert: Frühstück, Schule, Mittagessen, Hausaufgaben, Sex, Abendessen, Schlafen.

Meinen Eltern erzählte ich, ich ginge zu Freunden spielen und da ich ja nie zu lange wegblieb, fiel es nicht weiter auf.

Mit der Zeit begann ich Ruth richtig gern zu haben. Sie wurde zu einem Teil meines Lebens.

„Mein Glück ist unendlich mit dir. Ich habe nur Angst, du könntest mich eines Tages verlassen.“

„Wir sind nicht verheiratet. Ich bin nur ein Junge von 13 Jahren. Ich treffe mich nur mit dir. Ich will meine Freiheit behalten!“

Ich wollte an den anderen Tagen, wenn ich mich nicht mit ihr traf, tun können, was ich wollte. Ich wollte nicht, daß sie über mich bestimmt.

Zu jener Zeit spielte ich gerne Fußball und hätte eher sie aufgegeben als den Fußball.


18. Fußball

Wie bei vielen Jungen in jener Zeit - so auch bei einem gewissen Beckenbauer - hatte die gewonnene Weltmeisterschaft von 1954 die sowieso schon vorhandene Aufmerksamkeit für den Fußball noch erhöht und ich spielte gern mit meinen Klassenkameraden.

Auf Anregung meiner Eltern begann ich dann auch im Verein zu spielen, und zwar in einer Schülermannschaft bei Bayern München. Damals nannten sich die C-, D- und E-Jugendmannschaften noch „Schüler“.

Die Bayern hatten acht oder sieben Schülermannschaften, die fünfte bis siebte (oder achte) für die bis zu 12jährigen und die erste bis vierte für die 13- und 14jährigen. Ich hatte erst mit 12 Jahren angefangen.

Ich ging zu den Bayern, weil ich wußte, wo deren Trainingsplatz war und weil es mit dem Rad nicht weit bis Obergiesing war (auch wenn man jedes Mal den Giesinger Berg hochschieben mußte), nicht weil ich schon Anhänger der Bayern gewesen wäre.

Zunächst steckte man mich in die achte Mannschaft. Später wurde die achte wegen geringer Beteiligung aufgelöst und so geriet ich automatisch in die siebte. In diesem Jahr wurde ich dreizehn und kam daher in die vierte. Meine Leistungen hatten nie Anlaß gegeben, mich in eine der höheren Mannschaften zu befördern.

Die Fußballer von Bayern München repräsentierten damals keine internationale Spitzenmannschaft, keinen Deutscher Rekordmeister, ja sie formten nicht einmal eine Deutsche Spitzenmannschaft. Die Mannschaft krebste vielmehr in der unteren Tabellenhälfte der ‚Oberliga Süd‘ herum.

Es gab ja noch keine Bundesliga, sondern die vier Oberligen Nord, West, Südwest und Süd sowie die Berliner Liga, deren jeweils zwei Ersten am Ende der Saison die Gruppen- und Endspiele um die Deutsche Meisterschaft austrugen (heute würde man sagen das „Play-off“).

Aber die Bayern hatten es in diesen Jahren nie geschafft, in diese Spiele vorzudringen. Im Gegenteil, zusammen mit den „Sechzigern“ (1860 München) hatten sie eine jahrelange Schwächephase gerade hinter sich. Beide waren mehrmals hintereinander in die Zweite Liga Süd abgestiegen und im darauffolgenden Jahr wieder aufgestiegen, immer abwechselnd.

Erst kurz vor diesem Zeitpunkt waren sie wieder gleichzeitig in der Oberliga geblieben, aber beide krauchten in mittleren und unteren Tabellenregionen herum, die Sechziger mit einem Aufwärtstrend, während die Bayern zu einem Dornröschendasein im Fußball verurteilt schienen.

Die Spitzenmannschaften der Südliga, die zu dieser Zeit um die beiden ersten Plätze kämpften, waren Eintracht Frankfurt und Kickers Offenbach, Karlsruher SC und VfB Stuttgart, 1.FC Nürnberg und Spvgg Fürth. Die Bayern (und zunächst auch noch die Sechziger) tummelten sich dagegen weiter unten in der Tabelle, zusammen mit Mannschaften wie Schweinfurt 05, Spvgg Weiden, Ulm 46, dem VfR Mannheim, Bayern Hof, Viktoria Aschaffenburg oder dem BC Augsburg, bei dem damals noch das größte Talent jener Zeit des Deutschen Fußballs spielte, Helmut Haller.

Bei den Bayern schwärmte man von früheren Zeiten: 1932 hatten sie einmal eine Deutsche Meisterschaft gewonnen.

Ich liebte es, ‚Ballbub’ zu sein. So nannten sich die Ballholer hinter den Toren, die bei jedem Spiel der ersten Mannschaft von der Heimmannschaft aufgeboten werden mußten. Hierzu hatte man bei der ‚Schüler’ aktiv zu sein und sich einschreiben zu lassen. Wenn man dann am Sonntag früh am Stadion war (alle 14 Tage war Heimspiel), hatte man eine Chance, als Ballbub angenommen zu werden (Fußball wurde Sonntags gespielt, ich weiß nicht, wie sich das später änderte).

Man bekam einen Trainingsanzug in den Farben der Bayern verpasst (Die waren damals noch nicht weiss und rot, sondern hellgrau / weinrot. Ein ähnliches Dress benutzten die Bayern in der Champions Leage 1999. Nach dem Debakel im Endspiel gegen Manchester kam man nie wieder darauf zurück). Die Fußballschuhe mußte man selber mitbringen.

Ich erinnere mich, daß ich beim Rauslaufen hinter eines der Tore immer an langen Reihen von Rollstühlen vorbei musste.

Zu jener Zeit war ein Rollstuhl ein langes ‚Holzbett’, hinten mit zwei Rädern und vorne mit einem Rad, in dem der Behinderte in fast liegender Haltung ‚saß’. Über einem Mechanismus konnte er mit einem Handhebel die Räder antreiben und das Vorderrad lenken.

Es gab viele, die ein oder zwei Beine im Krieg verloren hatten und nun freien Eintritt zu den Fußballspielen hatten. Neben der Haupttribüne war eine spezielle Einfahrt für sie. Sie wurden, einer neben dem anderen, vor der Tribüne aufgebaut.

Als Ballbub konnte man sich leichter als die anderen Autogramme von den Spielern holen. Ich hatte fast alle von der Offenbacher Mannschaft und sogar zwei von Nationalspielern, Waldner und Geiger vom VfB.

Eigentlich war die Aufgabe eines Ballbuben einfach, aber ich erinnere mich doch an zwei Ereignisse, die mich beschämten. Beim einem Lokalderby gegen die Sechziger lagen die Bayern 1:0 zurück und drängten gegen Ende des Spiels auf den Ausgleich. Ein Schuß ging am Tor vorbei und ich holte den Ball. Weil wir es eilig hatten, wollte ich ihn gleich über das Tor zum Torwart schiessen, damit der schnellstens seinen Abstoß machen kann, doch ich hatte meine Kraft überschätzt. Statt übers Tor flog der Ball von hinten ins Netz und alles verzögerte sich noch mehr. Pfiffe und Geschimpfe aus der Ecke der Bayern-Fans waren mein ‚Lohn’.

Ein anderes Mal kniete ich gleich neben dem Tor, als ein bekannter Spieler, Grosser (der später den ‚Hochverrat’ beging, zu den Sechzigern zu gehen), mit voller Kraft schoss, aber das Tor verfehlte. Der Ball kam genau auf mich zu. Ich versuchte ihn zu fangen wie ein Torwart. Aber er prallte gegen meine Brust, ohne daß ich ihn festhalten konnte. Die Wucht warf mich nach hinten und schon lag ich da. Das Gelächter auf den Rängen war enorm. Ob dieser wuchtige Schuss, der glatt einen Balljungen ‚fällte’, vielleicht beigetragen hat, dass Grosser in das berühmte Notizbuch Bundestrainer Herbergers geriet, wie man munkelte?

Ein Jahr nach dem Zeitpunkt unserer Erzählung, 1959, schafften zwei hervorragende Mannschaften von der Eintracht und den Offenbacher Kickers die beiden ersten Plätze.

Sie räumten die aus den anderen Oberligen ab und trafen sich im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft wieder, das dann die Eintracht 4:2 gewann, zu meinem Leidwesen, denn ich hätte meine Autogramme gerne durch eine Deutsche Meisterschaft aufgewertet gesehen.

Das Endspiel war am Fernsehen übertragen worden und ich hatte es mir am öffentlich aufgestellten Fernsehapparat beim Pelzhaus Rieger am Isartor angeschaut.

Damals hatten erst die wenigsten Fernsehen. So versuchten einige Geschäfte ihre Popularität zu erhöhen, indem sie bei Sportereignissen Fernseher aufstellten. Dann bildeten sich meistens Trauben von Männern davor.

Die Eintracht schaffte ja in der folgenden Saison 1959/1960 den Einzug ins Finale des europäischen Pokals der Landesmeister, wo sie allerdings auf ein nach deutschen Verhältnissen überirdisches Team traf: Real Madrid auf dem absoluten Höhepunkt des Könnens des besten Vereinsteams der Welt dieser Zeit.

Der Angriffswirbel, mit dem Puskas, Di Stefano, Gento und Konsorten die Eintracht mit 7:3 deklassierten (das höchste Ergebnis aller Endspiele der Landesmeister), kann als absoluter Höhepunkt und auch Schlußpunkt jenes offensiven Spielsystems angesehen werden, das bis zu dieser Zeit gespielt wurde.

Der Umbruch war ja schon eingeläutet: Brasilien hatte 1958 mit einem 4:2:4-System die Weltmeisterschaft gewonnen (Bis heute das einzige Mal, daß eine Mannschaft auf dem ‚gegnerischen‘ Kontinent die WM gewinnen konnte. Sonst haben in Europa immer europäische Mannschaften und auf dem amerikanischen Kontinent südamerikanische Mannschaften den Welt-Pokal geholt).

Brasilien sollte auch zwei Jahre später, 1962, wieder Weltmeister werden. Im darauffolgenden Jahr sollte bei Inter Mailand der „Catenaccio“ erfunden und damit endgültig und unwiderruftlich die Entwicklung zum Defensivfußball eingeleitet werden.

Die Bayern hatten zu jener Zeit einen Weltmeister in ihr Team geholt. Karl Mai, linker Läufer der Weltmeistermannschaft von 1954, wurde von Karlsruher SC ‚abgeworben’.

Die Spieler waren ja zu jener Zeit schon keine Amateure mehr, aber es gab auch noch keinen wirklichen Professionalismus. Sie nannten sich ‚Vertragsspieler’. Die monatlichen Bezüge durften bis 800 DM betragen und es gab offiziell keine Ablösesummen.

So wie heute auch, wurden aber interessante Spieler mit zusätzlichen Leistungen ‚unter der Hand’ angelockt. Am beliebtesten waren Ladengeschäfte, die man für die Spieler einrichtete und die einen Unterhalt nach der Karriere sicherten.

So auch bei Karl Mai. Die Bayern richteten ihm eine Lotto / Toto - Annahmestelle mit Schreibwarengeschäft in der Baaderstrasse ein, keine fünf Minuten mit dem Rad von unserer Wohnung entfernt. Ich fuhr dort mit meinen Kameraden manchmal vorbei, stolz wie ein Pfau:

„Das ist das Geschäft vom Weltmeister, der beim gleichen Verein spielt wie ich“.

Wir gingen auch schon einmal hinein, um etwas für die Schule zu kaufen und eventuell einen Blick auf einen wirklichen und wahrhaftigen Weltmeister zu erhaschen.

Die Mannschaft der Bayern nahm mit ihm und mit dem neuen Torwart, Facekas (einer von jenen, die nach 1956 aus Ungarn geflüchtet waren), einen gewissen Aufschwung.

1957 wurden die Bayern, kaum erhofft, zum ersten Mal Deutscher Pokalsieger. Ein gewisser Jobst, ein Mann mit sehr hoher Stirn, hatte das einzige Tor des Endspieles erzielt, in dem der Karlsruher SC als hoher Favorit, der bereits beide Jahre vorher den Pokal gewonnen hatte, enttäuschte.

Facekas hatte sensationell ‚gehalten’. Ich hatte immer ein besonderes Augenmerk auf den Linksaußen, Huber, gelegt, von dem man sagte, er könne die 100 Meter in 11 Sekunden laufen.

Ein Linksaußen blieb in der damaligen Zeit streng in einer Zone am linken Spielfeldrand, zwischen Mittellinie und gegnerischer Grundlinie, und tat nichts anderes, als jedesmal los zu rennen, wenn die Eigenen einen Angriff vortrugen. Eventuell kam dann ein langer Paß zu ihm und er hatte die Aufgabe, daraus ein Flanke in den Strafraum zu machen. Als rechter Verteidiger, das war meine Position und deshalb achtete ich besonders auf Linksaußen, sollte man bei diesem Linksaußen bleiben, genau diese Flanke verhindern, ihm im besten Fall den Ball abjagen und an den vor einem positionierten rechten Läufer abgeben.

Zu jener Zeit spielte man das WM-System, ein 3:2:2:3-System, oder 3:4:3-System, das aus dem ursprünglichen 2:3:5-System entwickelt wurde, von dem noch bis vor kurzem (und zum Teil noch heute) viele Bezeichnungen von Spielpositionen und die übliche Numerierung der Spieler zeugten. In jenem ursprünglichen System gab es vor dem Torwart nur zwei defensive Spieler, den rechten und linken Verteidiger (Nummer 2 und 3). Davor war eine Läuferreihe mit den beiden Außenläufern, dem rechten und dem linken Läufer (Nummern 4 und 6), und dem Mittelläufer (Nummer 5). Vorne schließlich fünf Stürmer, der Rechtsaußen, der Halbrechts, der Mittelstürmer, der Halblinks und der Linksaußen (Nummern 7, 8, 9, 10 und 11).

Im Lauf der Entwicklung des Fußballs schälte sich dann immer mehr heraus, daß als Mittelstürmer der Spieler eingesetzt wurde, der am torgefährlichsten war und meistens am weitesten vorne blieb. Dadurch wurde der Mittelläufer, der sich ja des gegnerischen Mittelstürmers annehmen mußte, nach hinten gedrängt und war dann im WM-System praktisch ein Mittelverteidiger, in der Regel der „letzte Mann“.

Gleichzeitig begannen der Halbrechts und Halblinks etwas zurückzuhängen, hinter den Spitzen zu agieren, damit sich die fünf Stürmer vorne nicht gegenseitig behinderten. So konnte sich der Halbrechts zum Antreiber, zum „Bälleverteiler“ entwickeln, während der Halblinks (10) die Position wurde, auf der häufig der „Spielmacher“ eingesetzt wurde.

Das galt für Puskas, der immer und überall die 10 für sich beanspruchte. Auch die halblinke Position des 17-jährigen, der während der Weltmeisterschaft 1958 in der brasilianischen Nationalmannschaft debütierte, wurde mit der „10“ versehen, obwohl links daneben gar kein echter Linksaußen mehr spielte (Zagallo, der an vier brasilianischen Weltmeistertiteln als Spieler, Trainer und Cotrainer beteiligt war, spielte zwar links, aber zurückgezogen. Er verstärkte sogar die Abwehr.

Das konnte sich die damalige brasilianische Mannschaft mit einer Sturmreihe Garrincha, Didi, Vava und Pelé leisten, denn nie zuvor und nie danach war die Sturmreihe einer Nationalmannschaft soviel besser als alle anderen der gleichen Epoche).

Pelé (bitte mit Betonung auf der letzten Silbe: Pelää) trug diese 10 sein Fußballerleben lang und danach gab es keinen Spielmacher, der auf die Ehre der 10 freiwillig verzichtet hätte. Ein Netzer, ein Cruyff oder Maradona, alle legten Wert darauf.

Dieses „Zurücknehmen der Halbstürmer“ ging logischerweise mit einem Aufrücken der Außenläufer (der gegnerischen Mannschaft) einher, denn die waren ja für jene zuständig. Dadurch wurden im WM-System die beiden Außenläufer zu defensiven Mittelfeldspielern, so wie die Halbstürmer zu offensiven Mittelfeldspielern geworden waren. Daraus ergab sich dann im WM-System die scheinbar unsinnige Numerierung von hinten und jeweils von rechts nach links: 1, 2-5-3, 4-6, 8-10, 7-9-11, die bis heute noch viele der Positionen charakterisiert.

Ich erinnere mich, daß in jenem Jahr der Umbau des „Sechziger-Stadions“ abgeschlossen wurde (offiziell heißt es „Stadion an der Grünwalder Straße“, damals träumte man noch nicht einmal von einem Olympiastadion in München, ganz zu schweigen von einem neuen großen Stadion ‚nur Fußball‘ in Fröttmaning).

Das erneuerte Stadion wurde mit einem speziellen Spiel eingeweiht: Süddeutschland gegen Zentralungarn(?!). Beides stimmte nicht. Es handelte sich praktisch um die ungarische Nationalmannschaft, der man nur einen anderen Namen gegeben hatte, weil ihr auf der Deutschen Seite ja keine Nationalelf gegenüberstand. „Süddeutschland“ stimmte auch nicht, es war so etwas wie eine verstärkte Münchener Stadtauswahl, unter anderen durch Haller.

Es wurden alle eingelassen, die gekommen waren und so (damals waren die Eintrittskarten für Stehplätze ja noch billig) waren 55.000 Zuschauer im Stadion!
Das bis heute im wesentlichen identische Stadion faßt maximal 30.000 - natürlich Sitzplätze, von denen es damals nur auf der haupttribüne gab (dem Archiv des DFB entnehme ich, daß beim ersten Bundesligaspiel der Bayern 1965, gleich gegen die „Sechziger“, die in jener Saison Meister werden sollten – die Bayern verloren 1:0 -, in diesem Stadion noch 44.000 Zuschauer gezählt wurden).

Wir standen bis direkt ans Spielfeld. Wenn einer Ecke schießen wollte, mußte man eine Gasse aufmachen. Ich war ganz vorne, als Kind wurde man vorgelassen. Wenn ich mich richtig erinnere, gewannen die Ungarn, aber nicht hoch. Haller spielte eines jener Spiele, das die Fußballenthusiasten noch jahrelang mit der Zunge schnalzen ließ.

Das Ergebnis war sehr ehrenvoll für „Süddeutschland“. Es deutete auch schon an, daß ein deutlicher Aufwärtstrend im Münchener Fußball, in diesem Moment noch hauptsächlich bei den Sechzigern, zu verzeichnen war. Ungarn war zu jener Zeit eine der besten Nationalmannschaften, auch wenn dort niemand mehr aus der legendären Elf spielte, die 1954 gegen Deutschland im Endspiel der Weltmeisterschaft gestanden hatte.

Sieben Jahre später, bei der Weltmeisterschaft in England, besiegte Ungarn ja den amtierenden Doppelweltmeister Brasilien in der Vorrunde und kam nur nicht ins Endspiel, weil es vom Schiedsrichter in skandalöser Weise benachteiligt wurde.

Doch in jenem Jahr wurde auch für die Bayern die glorreiche Zukunft eingeläutet, nur wußte das noch niemand - ja es ahnte auch niemand. Ich war aber (nahezu) hautnah dabei.

An jenem denkwürdigen Tag für den FC Bayern spielte zum ersten Mal ein Junge im Bayern-Dress, den man von einem kleinen unbedeutenden Münchner Verein abgeworben hatte, dem „SC 1906“. Abwerben bei den Schülermannschaften war überhaupt nicht üblich damals, aber dieser Junge hatte so sehr die Aufmerksamkeit eines der Bayern-Jugendbetreuer auf sich gezogen, daß man sich zu diesem außergewöhnlichen Schritt entschlossen hatte. Dies hatte ich aus Gesprächen von Erwachsenen gehört.

An diesem Tag, wir spielten vorher auf jenem Platz, auf dem nachher dieses Spiel stattfinden sollte, gab es nämlich Zuschauer! Bei unseren Spielen waren ja nie Zuschauer, höchstens einmal einige Eltern oder Spieler und Betreuer anderer Mannschaften, aber diesmal hatten sich um die 100 Neugierige eingefunden, weil man den „Neuen“ inspizieren wollte, der so gut sein sollte.

Als wir den ungewohnten Auflauf bemerkten, hatten wir natürlich schnell herausgefunden, was die Ursache war. Nach uns spielte die zweite Schüler und dort sollte der Neue zunächst getestet werden, als Linksaußen. Er sollte nämlich sehr schnell sein und die Schnellsten stellte man zu jener Zeit immer auf Linksaußen.

Wer entschieden hatte, daß er zunächst in der zweiten Mannschaft getestet werden sollte, fragte sich wohl, ob jemand vom SC1906 (hmmmm!) wohl in der ersten Schülermannschaft bei den Bayern mithalten konnte und wollte sich den erst ansehen.

Damals ordnete man nur 12 oder 13 Spieler einer solchen Mannschaft zu, weil noch nicht soviel ausgewechselt werden durfte. So kam es dann öfters vor, daß eine Mannschaft keine elf Spieler zusammenbrachte. Wenn einer verletzt war, einer krank und ein oder zwei einfach nicht gekommen waren (auch das kam vor!), so waren eben nur neun Mann zum Spielen da. Bei Auswärtsspielen spielte man dann eben mit Neun, bei Heimspielen fragte man einfach bei den anderen Mannschaften nach, die da waren, ob der eine oder andere aushelfen konnte.

Diesmal traf es mich, wahrscheinlich fehlte ein rechter Verteidiger. Ich sollte bei der „Zweiten“ mitspielen, obwohl ich schon ein Spiel in den Knochen hatte. Immer noch besser als gar keiner auf jenem Posten. Sehr viel „herausgerissen“ habe ich bei diesem Spiel mit Sicherheit nicht, ich weiss auch nicht mehr, gegen wen es war und wie es ausging, kam auch dem Neuen nie nahe, ich war ja rechter Verteidiger und er Linksaußen, ich erkundigte mich auch nicht nach seinem Namen, dafür war das Ganze doch scheinbar zu unwichtig. Erst Jahre später wurde mir klar, daß ich an einem Schicksalsspiel der Bayern teilgenommen hatte.

Ich bezweifele, ob Beckenbauer noch ein zweites Mal in der zweiten Schülermannschaft gespielt hat. Mit Sicherheit wurde sein Talent auch von denen erkannt, die ihn erst hier zum ersten Mal sahen. Er war ja zu jenem Zeitpunkt 14 und nur drei Jahre später bereits in der Nationalmannschaft. Natürlich auch in der ersten Mannschaft der Bayern, die ja 1963 nicht in die neu geschaffene Bundesliga aufgenommen wurde, während die Sechziger gleich von Anfang an dabei waren.

Als die Bayern es dann beim zweiten Anlauf 1965 über die Aufstiegsrunde geschafft hatten, wurden sie dafür gleich im ersten Jahr Zweiter (punktgleich mit Borrussia Dortmund) hinter dem Meister 1860 München. Aus dieser Tabellenregion der Bundesliga haben sie sich bekanntlich bis heute nicht mehr verabschiedet.

Obwohl da schon die Mittelachse mit Maier, Müller und Beckenbauer auf dem Platz war, mußten sie sich doch erst einspielen und es dauerte noch drei Jahre, bis sie mit der Sammlung von Titeln als Deutscher Meister beginnen konnten.

1967 und 1968 wurden sie Fünfter und Sechster, aber dann 1969 spielten auch bereits „Bulle“ Roth und „Katsche“ Schwarzenbeck mit ihnen (und anderen, wie Olk und Brenninger) zusammen und sie konnten Deutscher Meister werden.

Doch sie konnten nun nicht gleich in ununterbrochener Reihe weitere Deutsche Meisterschaften aneinanderreihen. Das war der Tatsache zu verdanken, daß genau zum gleichen Zeitpunkt sich ein anderes „Superteam“ im Deutschen Fußball formte: Borussia Mönchengladbach wurde 1970 und 1971 jeweils knapp vor den Bayern Meister, die Mannschaft mit Netzer, Wimmer, Köppel und Vogts und dann 1971 auch mit Heynckes und Bonhoff.

Erst danach setzten die Bayern endgültig zum „fast-jedes-Jahr-Meister“ an. Inzwischen waren auch Paul Breitner und Uli Hoeneß dazugekommen. Diese beiden Mannschaften waren die Basis für ein deutsches „Traumteam“ bei der ersten Europameisterschaft der Nationalmannschaften 1972 (wahrscheinlich das beste deutsche Team im jeweiligen Zeitvergleich) und bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land 1974, die einzige Elf, die den holländischen „Oranje Kreisel“ mit Cruyff und Neeskens stoppen konnte.

19. Weihnachtsfeiern

Im Jahr vor den Ereignissen mit Ruth war ich ausgewählt worden, auf der Jugend-Weihnachtsfeier des FC Bayern ein Weihnachtsgedicht aufzusagen.

Bayern war schon damals, wenn auch nicht sehr erfolgreich im Fußball, aber doch einer der mitgliederstärksten Clubs in Deutschland und pflegte Weihnachtsfeiern abzuhalten, eine für die Jugend und eine für die Erwachsenen.

Die Erwachsenen-Weihnachtsfeier war ein Ereignis, aber wir waren dort nicht zugelassen, deshalb hatte man eine eigene Jugend-Weihnachtsfeier geschaffen.

Die „große“ Weihnachtsfeier fand zu jener Zeit im Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz statt, die Jugend-Weihnachtsfeier gleich in der Nähe davon, im „Regina“, in dem heute das Kindertheater ist.

Solche Weihnachtsfeiern hatten damals einen „besinnlichen“ und einen zweiten Teil, in dem schlicht gefeiert wurde. Im besinnlichen Teil wurde üblicherweise auch ein Gedicht vorgetragen, eines jener Gedichte, in denen mit bedächtigen Worten an den Sinn des Weihnachtsfestes erinnert wird und dann versucht wird, einen Bogen zur aktuellen Zeit zu schlagen.

Zuständig für die Organisation der Jugend-Weihnachtsfeier war Vater Weiß. Er war jahrelang Trainer der 1. A-Jugendmannschaft gewesen und hatte kurz zuvor diesen Posten an seinen Sohn abgegeben, war aber immer noch als Trainer, Berater und „Mädchen für Alles“ im Club aktiv. Jener Sohn Weiß war es gewesen, der in jenem Jahr das Talent von Beckenbauer beim SC 1906 begutachtet hatte (so hatte man mir jedenfalls erzählt).

Vater Weiß hatte also die undankbare Aufgabe, jemanden zu finden, der das Gedicht vortragen sollte. Das war gar nicht so leicht, denn man wollte, daß es ein aktiver Spieler sei. Außerdem war man der Ansicht, daß der Text, der in Hochdeutsch war (die bayerischen Texte waren wohl in den Jahren zuvor schon ‚aufgebraucht‘ worden), mit nicht allzuviel bayerischem Akzent ‚versehen‘ wurde.

Nur waren unter den jugendlichen Spielern, die mehrheitlich aus den unteren Schichten der Bevölkerung kamen, die Hochdeutsch Sprechenden extrem selten. So wurde ich also automatisch Kandidat für diese Aufgabe. Man ließ mich das lange Gedicht auswendig lernen und begutachtete, wie ich das machte.

Es war die Frau von Vater Weiß, die mich zu diesem Zweck unter ihre Fittiche nahm, eine gemütliche, echte Ur-Münchnerin, die ich sehr sympatisch fand. Sie war von dem Ergebnis begeistert, obwohl ich noch steckenblieb.

Ich durfte das Gedicht aufsagen, mußte aber noch mehrmals bei ihr erscheinen, bis alles ‚saß‘.

Die Aufgabe war nicht ganz ohne Risiken. Ich hatte gehört, daß die in den Jahren vorher Auserwählten schon einmal den Text vergessen hatten, sich versprochen hatten oder anfingen zu stottern. Auch ich war sehr aufgeregt, brachte aber alles gut über die Bühne. Ich wurde von allen Seiten gelobt, hätte es sehr gut gemacht.

Klein und schmal wie ich war, auch ohne herausragende Leistungen in der Schule, hatte ich eigentlich nie Anlaß gehabt, besonderes Selbstbewußtsein zu entwickeln. Daß ich in sexueller Hinsicht meinen Altersgenossen weit voraus war, wußte ich ja nicht. Ich wäre nicht im Traum darauf gekommen, mich mit den sexuellen Erlebnissen zu brüsten, denn das war ja alles verboten.

So war ich ein sehr schüchterner Junge. Zum Beispiel traute ich mich zu jener Zeit nicht, mich in der Trambahn bei ‚Bedarfhaltestellen‘ zu melden. Diese Tatsache verhalf mir öfters zu unfreiwilligen Spaziergängen, denn die Haltestelle der Linie 20 „Mariannenplatz“, die fast genau vor unserem Haus war, war eine solche Haltestelle, an der nur gehalten wurde, wenn dort jemand wartete oder jemand in der Tram gerufen hatte: „Aussteigen“.

Zu jener Zeit gab es noch nicht die Knöpfe, auf die man heute drückt, um diesen Wunsch anzuzeigen. Ich wäre vor Scham gestorben, wenn ich mich in der Tram gemeldet hätte und zum Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit geworden wäre. So kam es regelmäßig vor, daß meine Strassenbahn dort weiterfuhr und ich erst an der nächsten Haltestelle aussteigen konnte. Das war, da ich meistens aus der Stadt kam, dann die Haltesstelle ‚Maxmonument’ der Linie 20.

Trotzdem konnte ich aber vor einer Menschenmenge auftreten, ohne ins ‚Schleudern’ zu geraten, wenn ich eine Aufgabe hatte, die ich kannte und auf die ich mich konzentrieren konnte. Bis heute habe ich keine Schwierigkeiten damit. Neben meinem fast lupenreinen Hochdeutsch gefiel sicher allgemein, daß ich in der Lage war, ein Gedicht aufzusagen, ohne zu ‚leiern‘.

Ich hatte eine laute, helle Stimme. (Ich sang auch Sopran im Schulchor. In jener Zeit führte unser Chor zusammen mit einem Orchester im Herkules-Saal der Residenz zum ersten Mal das Werk „Die Jahreszeiten“ des relativ bekannten Komponisten Joseph Haas auf, der auch am Dirigentenpult stand.)

Meine Stimme stand im Gegensatz zur augenscheinlichen Zerbrechlichkeit und dem „engelgleichen Aussehen“ mit dem leicht gelockten, blonden Haar und den blauen Augen. So machte ich da oben im Scheinwerferlicht einen Eindruck, der nichts mit meiner sonstigen Unscheinbarkeit zu tun hatte.

Jedenfalls wurde ich ausgewählt, im darauffolgenden Jahr ein Gedicht auf der „großen“ Weihnachtsfeier aufzusagen. Nachdem Mutter Weiß wieder mit mir trainiert hatte und ich das Gedicht, gewissermaßen als Generalprobe, schon auf der Jugend-Weihnachtsfeier aufgesagt hatte, kümmerte sich Vater Weiß auf der Feier im Löwenbrãukeller persönlich darum, daß ich hereingelassen wurde (denn Kinder hatten dort ja normal keinen Zutritt), daß ich rechtzeitig auf die Bühne kam und er stellte auch das Mikrofon auf meine Höhe ein.

Dann trug ich, ohne einmal zu stottern, das Gedicht vor zwei- bis dreitausend Personen vor und bekam Beifall. Die vielen Leute kann man von dort oben gar nicht sehen, das gleißende Scheinwerferlicht blendet einen. Nur wenn man nach unten auf die erste Reihe schaut, kann man einzelne Personen erkennen.

Als ich mit rotglühenden Backen von der Bühne nach hinten ging, blinzelte mir Bayern-Mitglied Max Greger aufmunternd zu. Er bereitete sich mit seiner Band gerade darauf vor, auf die Bühne zu gehen. Mein Gedicht hatte den besinnlichen Teil geschlossen und seine Kapelle bestritt den ‚freien‘ Teil zusammen mit anderen Künstlern. Die Max-Greger-Band war damals deutschlandweit bekannt und beliebt mit ihrem Jazz vom Typ ‚Glenn Miller‘. Sie machte Stücke wie „In the mood“ in Deutschland bekannt. Einer der Musiker klatschte mir demonstrativ zu.

Danach geleitete Vater Weiß mich noch an die Bar und spendierte einen Apfelsaft. Dort stand auch Gerhard Wendtland. Er prostete mir zu und nannte mich den ‚kleinen Kollegen‘. Gerhard Wendtland war damals einer der bekanntesten Schlagersänger in Deutschland und sollte später noch auftreten.

Ich durfte am Tisch der Weiß sitzen, die mich allen möglichen Leuten vorstellten. Es fielen eine Menge lobende Worte. Als ich von meiner Mutter abgeholt wurde, lange bevor Gerhard Wendtland sang, konnte ich stolz einiges erzählen.

Einige Zeit später kam ich in den Stimmbruch und es war aus mit meiner hellen Stimme. Der „Engelchen-Eindruck“ war weg und niemand kam mehr auf die Idee, mich Gedichte in der Öffentlichkeit aufsagen zu lassen.

Hier ist der Link zum nächsten Teil des Romans: //milliansstrass.twoday.net/stories/milliansstrass-kapitel-20-und-folgende/


Wird fortgesetzt

(Dies ist ein fiktives Werk, auch wenn autobiographische Erfahrungen verarbeitet wurden.)

Milliansstrass - ein Fortsetzungs-Roman-Blog

Dieses Blog bringt den Roman Milliansstrass von Karl Weiss in der Folge, wie die Fortsetzungen im Blog //karlweiss.twoday.net/ veröffentlicht werden.

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