Dienstag, 14. September 2010

Milliansstrass 6 - Kapitel 33 und folgende

Milliansstrass

Roman von Karl Weiss

Cuvilliér-Theater

1. Veröffentlichung, 6. Stück, Kapitel 33 und folgende


Verehrter Leser, ein Blog ist natürlich eigentlich nicht zum Veröffentlichen eines Romans gedacht, denn die Eintragungen gehen ja nach unten mit jeder neuen. Deshalb muss man diesen Roman von unten nach oben lesen. Hier der Link zum Anfang: http://milliansstrass.twoday.net/stories/milliansstrass-1/ Jeweils am Ende der Teile kommt dann ein Link zum nächsten Teil.

Wenn Sie den Roman flüssig durchlesen wollen, dann kopieren Sie ihn sich einfach in der Reihenfolge der Teile herunter. Der Roman hat insgesamt 72 Kapitel, nur falls das jemand interessiert.


33. Kapitel

33. Aufgebot und Hochzeit

Nun hatte ich der Ehe zugestimmt. Susanne sagte:

„Jetzt sind wir verlobt! Zwar können wir aus Rücksicht auf deine Eltern keine Verlobungsringe tragen, aber jetzt kannst du jedenfalls keinen Sex mehr mit anderen Frauen machen.“

Ich erklärte mich einverstanden – unter einer Bedingung.

„Welche Bedingung?“

„Daß wir diese Villa hier meinen Eltern zu unserer Hochzeit schenken.“

Sie schluckte und überlegte, sagte aber dann:

„Einverstanden!“

Den anderen Frauen wurde nun mitgeteilt, daß unsere Dienstage und Donnerstage nicht mehr stattfänden. Ich weiß nicht, wie sie darauf reagierten, aber zumindest einer scheint es überhaupt nicht gefallen zu haben.

Jedenfalls vermuteten wir stark, es war eine von ihnen, die der Polizei ebenso anonym wie ausführlich Informationen über den 'Prostitutionsskandal der Frauen aus der High Society' zukommen ließ. Aber das wußten wir ja noch nicht.

Nun traf ich mich Dienstags und Donnerstags nur mit Susanne und sie behielt die ‚Zeremonie‘ bei. Ich bekam weiterhin 2 Orgasmen und sie – meistens – fünf. Nur das viele Reiben bei den anderen Frauen fiel weg. Sie behandelte mich weiterhin sehr liebevoll und vergaß nie, mich viel zu streicheln - und am Ende einen "Superorgasmus" zu versuchen.

Am Mittwoch trafen wir uns zusätzlich, tranken Tee und spielten Karten.

Viviane meinte, jetzt, da ich verlobt sei, könnten wir uns nicht mehr treffen und verabschiedete sich von mir. Ich sah es ihr an, sie war traurig. Vielleicht, dachte ich, hätte ich versuchen sollen, sie ‚richtig‘ zu küssen, anstatt dem Drängen von Susanne nachzugeben, aber jetzt traute ich mich nicht mehr, meine Entscheidung rückgängig zu machen.

Es war etwa Februar gewesen, als ich mich mit der Hochzeit einverstanden erklärte. Kurz danach tauchte eine neue Schwierigkeit auf, die mir – heimlich, für mich – schon Hoffnung gab, es würde vielleicht doch nichts aus der Hochzeit. In Liechtenstein muß man persönlich ‚das Aufgebot bestellen‘, acht Wochen vor der Hochzeit.

Wie sollten wir das machen, ohne daß meine Eltern etwas merkten? Ich schlug vor, schon vorher mit meinen Eltern zu reden, heimlich hoffend, sie würden die Hochzeit noch verhindern, aber Susanne hatte einen anderen Plan.

Ich sollte vortäuschen, von zu Hause fortzulaufen, es aber bereits nach kurzer Zeit bereuen und zurückkehren. Als Grund sollte ich die Art und Weise angeben, wie mich zwei Lehrer in der Schule behandelten. Susanne fragte mich oft, wie es in der Schule geht und ich hatte ihr erzählt, wie zwei Lehrer mich – nach einigen Zwischenfällen – regelrecht mit Bosheiten verfolgten.

An jenem Tag im März gab ich morgens vor, zur Schule zu gehen, ließ aber die Schultasche im Keller und ging zu einem vereinbarten Treffpunkt im ‚Tal‘, wo mich Susanne mit dem Mercedes-Coupe schon erwartete. Wir fuhren zum Flughafen und flogen mit einer kleinen Maschine mit nur sechs Sitzplätzen (außer den beiden Piloten) nach Lindau.

Ich flog zum ersten Mal und war begeistert. Am Sportflughafen bei Lindau erwartete uns schon eine große Mercedes-Limousine mit Chauffeur. Später erfuhr ich, sie gehörte auch Susanne.

Ich lernte auch Dr. Lauer kennen, der mit uns nach Vaduz fuhr. Ein unangenehmer, kurz angebundener Mann, der deutsch mit starkem französischen Akzent sprach. Er gab mir nur kurz mit einem unverständlichen Gruß die Hand und beachtete mich den Rest des Tages nicht mehr.

Später sollte er mich noch anders kennenlernen als nur als kleinen Jungen, der keiner Beachtung wert war.

Noch von Lindau aus rief ich bei Feilners aus dem erstem Stock an, die einzigen im Mietshaus in München, die schon Telefon hatten.

Damals hatte die große Mehrheit der Deutschen noch kein Telefon.

Ich ließ meinen Eltern ausrichten, ich sei nicht in die Schule gegangen, käme aber abends schon zurück. Auf diese Weise bekamen meine Eltern bereits eine Nachricht, bevor sie noch bemerken konnten, daß ich die Schule geschwänzt hatte.

In Vaduz auf dem Standesamt zog der Standesbeamte die Augenbrauen hoch. Er war ein etwas beleibter älterer Herr mit langem Vollbart. Er sah Susanne an, dann mich und bat mich in ein Hinterzimmer. Dort fragte er mich, warum ich Susanne heiraten wollte.

„Weil ich sie gerne habe. Und außerdem bietet sie mir eine schöne Zukunft. Ja – und meinen Eltern ein leichteres Leben.“

„Deine – ääh – Braut ist ziemlich wohlhabend?“ Er duzte mich automatisch. Es war für ihn unmöglich, jemanden zu siezen, der aussah wie maximal 14.

„Ja sie hat einige Millionen.“ Ich hatte noch keine Ahnung vom Unterschied zwischen ‚einige Millionen‘ und ‚einige hundert Millionen‘.

„Hast du dir überlegt, was passiert, wenn deine Braut in – sagen wir – einem halben Jahr nicht mehr mit dir zusammenbleiben will?“

„Dann muß sie mir die Hälfte ihres Vermögens überlassen. Das wird nämlich in dem Vertrag festgelegt, den wir abschließen werden.“

„Ihr werdet einen Ehevertrag mit diesem Inhalt abschließen?“

„Ja!“

„Na gut, du kannst sicher sein, daß ich darauf achten werde, daß das geschieht.“

Das Pflichtbewußtsein dieses Liechtensteiner Standesbeamten sollte noch eine wichtige Rolle in meinem Leben spielen.

Wieder in München, mußte ich meinen Eltern erklären, was los war. Ich sagte, ich würde es wegen der Angriffe der Lehrer in der Schule nicht mehr aushalten und hätte deshalb weglaufen wollen. Doch auf halbem Weg hätte ich mir überlegt, daß ich das nicht machen könnte, hätte angerufen und wäre umgekehrt.

Ich wurde nicht hart bestraft. Meine Mutter gab mir einige Tage Liebesentzug. In der Schule allerdings machten sie viel Aufhebens. Der Direktor gab mir einen großen Arrest von 2 Stunden und befragte mich intensiv über die zwei Lehrer. Beide behandelten mich die beiden Monate, die ich noch in die Schule ging, mit äußerster Zuvorkommenheit.

Ich mußte meiner Mutter versprechen, so etwas nicht wieder zu machen. Dabei wußte ich doch schon, daß ich zwei Monate später wieder in der Schule fehlen würde.

Susanne fragte mich, was der Standesbeamte gewollt hätte.

„Er wollte wissen, warum ich dich heiraten will.“

„Und, was hast du gesagt?“

„Daß ich dich gern habe!“

„Mehr nicht?“

„Mehr nicht!“

Damit gab sie sich zufrieden. Ich hatte nicht den Eindruck, daß meine kleine Unterhaltung mit dem Standesbeamten Susanne etwas anging.


Dann kam der große Tag, mein Hochzeitstag und 16. Geburtstag. Meine Mutter hatte mir morgens einen Geburtstagstisch mit kleinen Geschenken und 16 Kerzen aufgebaut. Ich strahlte – weniger wegen der Geschenke als bei dem Gedanken, meinen Eltern heute abend eine 12-Zimmer-Villa zu schenken.

Es war ein Montag. Ich täuschte wieder vor, in die Schule zu gehen, ließ aber meine Schultasche erneut im Keller und traf mich, wie zwei Monate vorher, im ‚Tal‘ mit Susanne. Wir fuhren über den Marienplatz in die Kaufinger Strasse zum ‚Hirmer‘, um den dunklen Anzug zu kaufen.

Damals gab es noch keine Fußgängerzone in München und die Kaufinger Strasse war voll von Autos.

Es war schönes Wetter. Der Pilot des Privatflugzeugs sagte, er werde uns heute, zur Feier unserer Hochzeit, auf einer besonderen Route fliegen. Er flog nach Süden und dann am Alpenrand entlang bis Lindau. Der Blick war überwältigend. Man konnte die ganzen Berge bis zur Alpenhauptkette sehen, die höheren Zonen noch verschneit. Zeitweise schauten sogar Berge südlich des Hauptkamms heraus, wie einige Dolomitengipfel und der Ortler, später konnte man das Matterhorn und den Mont Blanc erkennen.

Der neue dunkle Anzug war unangenehm. Wir hatten nicht nur den Anzug, sondern auch ein weißes Hemd, eine Fliege und ein paar schwarze Schuhe gekauft.

Jetzt drückten die Schuhe, die Fliege schien mir fast den Atem zu rauben und das Jackett erschien unendlich schwer. Ich hatte vorher noch nie ein Jackett angehabt. Nun – in diesem Aufzug konnte man vielleicht glauben, daß ich schon 16 war.

Leider war der Flug schnell zu Ende und nun kam der ‚Ernst des Lebens‘. Vom Flughafen in Lindau fuhren wir noch an jenem Hotel im Hafen von Lindau vorbei, wo einige der Hochzeitsgäste schon logierten. Sie wurden mir vorgestellt und ein paar von ihnen, auch Dr. Lauer, fuhren mit uns im ‚Geleitzug‘ der großen Limousine nach Vaduz.

Wir kamen früh an und ließen meinen Eltern wieder eine Nachricht zukommen. Es dauerte einige Zeit, bis alle Vorbereitungen für die Hochzeitszeremonie getroffen waren. Mitten in die Vorbereitungen hinein platzte der bärtige Standesbeamte mit der Frage an Susanne:

„Haben Sie den Ehevertrag vorbereitet? Ich möchte ihn vorher gerne sehen.“

Susanne wurde bleich. Ich sah blankes Entsetzen in ihren Augen. Genau das gleiche bei Dr. Lauer. Er wurde plötzlich geschäftig und zischelte zu Susanne:

„Wer hat ihm was von Ehevertrag gesagt?“

Susanne faßte sich schnell wieder und sagte dem Standesbeamten:

„Nein, wir werden erst nach der Hochzeit einen Vertrag abschließen.“

Doch der Standesbeamte insistierte in seiner ruhigen Art mit tiefer, sonorer Stimme:

„Entschuldigen Sie, gnädige Frau, aber ich habe es nur aus einem Grunde unterlassen, die – ääh – speziellen Umstände dieser Heirat zu überprüfen, weil ihr – ääh – Bräutigam mir gesagt hat, es werde ein Ehevertrag- äähhh - mit bestimmten Inhalten abgeschlossen. Ohne diesen Ehevertrag müßte ich zunächst in nähere Erkundigungen eintreten und die Hochzeit könnte heute nicht stattfinden.“

Dr. Lauer schaltete sich ein:

„Aber den Vertrag, der vorgesehen ist, haben wir gar nicht hier!“

„Ja dann, glaube ich, wird diese Hochzeit heute hier nicht stattfinden können!“

Dr. Lauer bat ihn um eine Unterredung unter vier Augen. Ich beobachtete sie, wie sie dort in einer Ecke diskutierten. Dr. Lauer wurde offensichtlich immer ärgerlicher, je länger die Diskussion dauerte. Dann stapfte er in großen Schritten davon und rief Susanne in ein anderes Eck. Beide diskutierten äußerst aufgeregt.

Dann ging Dr. Lauer zurück zum Standesbeamten und sie berieten erneut. Viel später erzählte mir der Standesbeamte, in diesem Moment habe Dr. Lauer ihm eine Million Schweizer Franken angeboten, wenn er die Hochzeit nach dessen Plänen durchführen würde – das war ein Vermögen! Doch der Standesbeamte lehnte ab!

Angesichts dieser Ereignisse (das mit dem Bestechungsversuch wusste ich natürlich noch nicht) war ich mir fast sicher, daß Susanne mich zu täuschen versuchte, offenbar mit Hilfe dieses Dr. Lauer. Auch schien mir dieser Standesbeamte mein Schutz dagegen. Er sagte nichts zu mir, zwinkerte mir aber zu.

Dann rief Susanne mich zu der ‚Konferenz‘.

„Meinst du, wir könnten die Hochzeit noch einmal 2 Monate verschieben?“

„Natürlich, aber heute müssen wir unbedingt mit meinen Eltern reden. Die einzige Erklärung, die ich jetzt noch meinen Eltern geben kann, ist die Hochzeit.“

Wieder zogen sich Susanne und Dr. Lauer zu Beratungen zurück. Schließlich entschieden sie, die Hochzeit stattfinden zu lassen.

Erst viel später erfuhr ich, welchen neuen Plan sie ausgeheckt hatten. Dr. Lauer ging zum Auto, um den Vertrag zu holen, der plötzlich doch da war.

Der Standesbeamte ließ den Titel von ‚Vertrag zwischen Eheleuten‘ in ‚Ehevertrag‘ abändern und Ort und Datum von ‚Lindau, 8.5.1962‘ in ‚Vaduz, 7.5.1962‘.

Später erklärte mir Susanne, die Hochzeit hätte stattfinden müssen, sonst hätten meine Eltern die Möglichkeit gehabt, sie ewig hinauszuschieben.

Mein Vertrauen zu Susanne und meine Zuneigung zu ihr hatten einen tiefen Riß bekommen. Im Grunde war jetzt, bevor ich noch mein Jawort gegeben hatte, eine wesentliche Basis für unsere Ehe bereits ins Wanken geraten. Trotzdem hatte ich nicht den Mut, ‚Nein‘ zu sagen, als ich gefragt wurde, ob ich sie heiraten will. Für einen gerade 16-jährigen war das vielleicht etwas zu viel verlangt.

Nach der Hochzeitszeremonie wurde der Ehevertrag unterschrieben. Der Standesbeamte unterschrieb und behielt eines der originalen Exemplare in seinen Unterlagen, was für mich noch sehr wichtig werden sollte.

Die beiden Trauzeugen waren Personen, die ich erst an diesem Tag kennengelernt hatte. Heute kann ich mich nicht einmal mehr an ihre Namen erinnern.


34. Meine Eltern, die Villa und DM 60.000

Um fünf Uhr Nachmittags waren wir schon wieder in München. Auch der Rückflug war beeindruckend gewesen, auch wenn die Alpen schon in leichtem Dunst gelegen hatten. Als wir mit dem Mercedes-Coupe in der Thierschstrasse vorfuhren (damals konnte man da noch leicht einen Parkplatz finden) schlug mir das Herz bis zum Hals.

Nun stand ich mit Susanne in der Wohnungstür und meine Mutter öffnete uns. Ich merkte, daß Susanne auch etwas nervös war. Meine Mutter achtete zunächst nicht auf sie, sondern überfiel mich mit einem Wortschwall:

„Ich hab‘ dir doch gesagt, daß du nicht mehr in der Schule fehlen darfst. Ich weiß nicht, wie wir das diesmal erklären sollen. Du hast mir doch versprochen, …Sag mal, was hast du denn da an?“

„Frau Weiss, einen Moment!“

„Ja?“

„Ich bin Susanne Hogens. Können wir eintreten? Wir haben eine Überraschung für Sie.“

„Ja, bitte.“

Meine Mutter führte uns ins Wohnzimmer.

„Ist ihr Gatte auch zu Hause?“

„Ja.“

„Können Sie ihn auch zu diesem Gespräch bitten?“

„Ja, einen Moment.“

„Können wir uns setzen?“ Meine Mutter hatte vergessen, uns einen Platz anzubieten.

„Ja, bitte.“

Mein Vater war in der Küche gewesen und kam herein. Als sich alle gesetzt hatten, fragte meine Mutter, die schon ganz bleich war:

„Was ist passiert?“

„Vati, Mutti, dies ist Susanne Hogens, jetzt …“

Ich lächelte.

„… Susanne Weiss-Hogens. Wir haben heute mittag in Liechtenstein geheiratet.“

Meine Eltern starrten mich und dann Susanne an. Susanne lächelte angestrengt.

Meiner Mutter war buchstäblich das Kinn heruntergefallen. Mein Vater bekam jenes Gesicht mit zusammengezogenen Augenbrauen. Das bekam er nur, wenn er äußerst verärgert war. Meine Mutter war noch blasser geworden, wenn das noch möglich war und sagte: „Was?“

Bevor ich weiterreden konnte, griff mein Vater ein:

„Na, aber so geht das nicht …“ wandte er sich an Susanne, „Sie können nicht einfach hier auftauchen und meinen Sohn heiraten. Er ist noch minderjährig und kann nur mit unserer Zustimmung heiraten.“

„Nach Liechtensteiner Recht, Herr Weiss, gilt ein 16-jähriger als heiratsmündig und kann ohne Zustimmung der Eltern heiraten, jedenfalls, wenn er Schweizer ist. Und Karl ist Schweizer!“ und legte meinen Schweizer Paß auf den Tisch.

Jetzt verlor meine Mutter die Fassung und begann zu weinen. Ich hatte ein großes Verlangen sie zu umarmen und zu trösten, aber ich war so erzogen, daß ich sie und sie mich nie umarmten (jedenfalls seit ich größer war) und so ließ ich es bei Worten bewenden:

„Du brauchst nicht zu weinen, Mutti, dies ist nichts Trauriges, sondern ein sehr freudiges Ereignis.“

„Aber wieso habt ihr das heimlich gemacht? Wieso habt ihr nicht vorher mit uns gesprochen? Wir konnten nicht einmal bei der Hochzeit unseres Sohnes anwesend sein?“

Bevor ich etwas sagen konnte, griff mein Vater wieder ein.

„Ob dies hier eine legale Heirat ist, wird sich noch herausstellen. Wenn es nach mir geht, wird diese Hochzeit rückgängig gemacht bzw. für ungültig erklärt.“

„Ich kann Ihnen versichern, Herr Weiss, daß diese Hochzeit völlig legal ist und keinerlei Möglichkeit besteht, sie rückgängig zu machen. Hier haben Sie das Dokument …“ und legte eine der originalen Heiratsurkunden auf den Tisch, „…und Sie können selbstverständlich die Legalität prüfen lassen.“

„Jetzt laßt mich auch einmal etwas sagen. Mutti, Vati, Susanne ist eine vermögende Person, das heißt ich bin jetzt auch vermögend. Ich darf euch heute sagen, daß wir beschlossen haben, euch zu unserer Hochzeit eine Villa hier in Bogenhausen, die Susanne gehört hat, zu schenken. Wenn ihr Euch von der Überraschung erholt habt, können wir hinfahren und die Villa anschauen.“

Jetzt trocknete meine Mutter die Tränen.

„Herr Weiss, Frau Weiss, die Villa ist ein Geschenk Ihres Sohnes, aber ich darf Ihnen auch noch ein kleines Geschenk machen. Mit der Villa werden Sie erhöhte Ausgaben haben. Es müssen 12 Räume geheizt werden usw. Dazu möchte ich Sie ein wenig unterstützen.“

Sie legte einen Scheck über DM 60.000 auf den Tisch. Jetzt war es an meinem Vater, mit offenem Mund zu starren. 60.000 Mark war eine Unmenge Geld, mehr als er in mehreren Jahren verdiente.

Jetzt war das Eis gebrochen. Auch wenn sie die Umstände unserer Hochzeit nicht für richtig hielten, konnten meine Eltern sich doch jetzt damit abfinden und langsam, aber sicher, ihre positiven Seiten entdecken.

Wir fuhren nach Bogenhausen. Das Coupé verfehlte nicht seinen Eindruck auf meine Eltern. Wir luden sie ein, morgen mit uns zur Hochzeitsfeier mit nach Lindau zu fliegen.

Zuerst lehnten sie ab. Mein Vater sagte, er müsse morgen in die Schule und meine Mutter, sie müsse auf meine kleinen Schwestern aufpassen (die an diesem Nachmittag auf einem Fest in der Nachbarschaft waren).

Aber die wurden gleich mit eingeladen und so hatte meine Mutter keine weitere Ausrede. Mein Vater sah schließlich auch ein, daß er wohl auch einmal einen Tag fehlen konnte, ohne daß das deutsche Schulwesen zusammenbräche.

Der Höhepunkt kam aber, als wir vor der Villa ankamen und ich das Gesicht meiner Mutter sehen konnte, als wir noch einmal versicherten, daß dies alles jetzt ihres wäre. Wir gingen durch den vorderen Teil des Parks, von dem aus die Villa besonders beeindruckend wirkte. Ich sah in ihrem Gesicht jenes Glück, das ich mir so gewünscht hatte zu sehen.

Als wir die Villa betraten, begann sie erneut zu weinen, aber diesmal vor Freude. Wir gingen durch alle Zimmer der Villa und jetzt begann sich auch langsam das Gesicht meines Vaters aufzuhellen. Dann mußten wir schnell zurück, um da zu sein, wenn meine beiden kleinen Schwestern zurückgebracht würden.

Susanne nahm einen Lederkoffer aus dem Auto mit nach oben und bat meine Mutter, alle meine Sachen dort einzupacken. Der Koffer war viel zu groß für das bißchen, was ich hatte.

Inzwischen hatten meine Eltern auch den Privatunterricht akzeptiert. In Zukunft würde ich nicht mehr zur Schule gehen.


35. Starnberg und die Hochzeitsfeier

Später am Abend fuhren Susanne und ich nach Starnberg, zu jener Villa, die ich bisher noch nicht kannte.

Sie war am Ostufer des Sees, nahe bei Schloß Berg, wo der legendäre bayerische König Ludwig II. seine letzte Nacht verbracht hatte und am Morgen tot im See gefunden worden war.

Es war schon dunkel, als wir ankamen (damals gab es ja noch keine Sommerzeit) und man konnte nicht viel sehen, aber die Villa machte schon deutlich, das dieser Besitz der Villa in Bogenhausen um nichts nachstand.

Ich war völlig übermüdet und schlief sofort ein, als wir ins Bett gegangen waren. Vielleicht hatte sich Susanne die Hochzeitsnacht doch anders vorgestellt.

Am nächsten Morgen war ich früh auf und ging im Schlafanzug und in Hausschuhen hinaus. Ich hatte schon ein schönes Grundstück erwartet, aber was ich hier sah, übertraf doch alle meine Träume.

Das Grundstück war riesig. Die Einfahrt war von der Villa kaum zu sehen und bis hinunter zum Wasser war es noch einmal die gleiche Entfernung. Ein Teil der Fläche war mit gepflegtem Rasen bedeckt, ein anderer mit Bäumen und Buschwerk.

Dazwischen waren Blumenbeete. Außer der Villa waren noch andere Gebäude im Park, deren Zweck ich nicht kannte. Viel später erfuhr ich, das hier auch die Verwaltung der deutschen Besitzungen von Susanne ihren Sitz hatte.

Ein Mann schnitt mit einer Gartenschere eine Hecke, die fast die ganze Villa umgab. Er kam näher, unterbrach seine Arbeit und fragte mich:

„Sind Sie der Bräutigam der gnädigen Frau?“

Ich lachte: „Ja, so kann man es bezeichnen. Seit gestern bin ich ihr Ehemann. Gestatten, Karl Weiss-Hogens.“

Äh, äh, gnädiger Herr, darf ich meinen herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit aussprechen?“

Er streckte die Hand aus, nannte seinen Namen und sagte, er sei der Verwalter. Als ich ihm die Hand schüttelte, hörte ich hinter mir schon die Stimme einer Frau:

„Sind Sie der neue ‚gnädige Herr‘?“

Ich drehte mich um und vor mir stand die schönste junge Frau, die ich je gesehen hatte. Jeanette, kaum viel älter als ich, stellte sich als Zimmermädchen vor und strahlte mich an.

„Herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit!“

Sie hatte dunkle Harre, dunkle Augen und helle Haut und einen knallroten Mund, sie war wie Schneewittchen aus dem Märchen.

Sie sprach deutsch mit französischem Akzent.

Ich wurde rot bis über beide Ohren und schämte mich. Ich stand hier in einem alten Schlafanzug, der schon etwas zu klein war, nicht gerade die richtige Kleidung zum Vorstellen des neuen Hausherrn, vor allem aber war ich noch nie einer hübschen jungen Frau meiner Generation im Schlafanzug gegenübergetreten.

Ich gab ihr kurz die Hand, ohne ihr ins Gesicht zu sehen und versuchte so schnell wie möglich an ihr vorbei ins Haus zu kommen, um der peinlichen Situation zu entkommen.

Doch es war schon zu spät. Das ganze Personal quoll aus dem Eingang, versperrte mir den Rückweg und legte Wert darauf, sich mir vorzustellen und mich zu beglückwünschen. Ich spürte, dass mein Kopf ein brennender Feuerball geworden war. Ich mußte ihnen allen die Hand geben. Noch ein Zimmermädchen, ebenso jung, aber lange nicht so schön, ein Diener, eine ältere, wohlbeleibte Köchin und zwei Putzfrauen (Damals sagte man noch einfach ‚Putzfrau‘).

Bevor ich endgültig fliehen konnte, mußte ich dem Diener noch die Frage beantworten, ob ich jetzt Frühstück wolle. Ich sagte ja, ich wolle frühstücken und ging so schnell wie möglich ins Haus.

Als ich die Tür geschlossen hatte, hörte ich sie losprusten:

„Ha, ha, hast du gesehen, ha, ha, ha, der ‚Kleine‘ ist rot geworden!“

Ich rannte so schnell ich konnte die Treppe hinauf und rettete mich in die Arme von Susanne. Sie wachte auf, umarmte mich und deckte mich mit Küssen ein. Als ich erzählte, was passiert war, lachte sie.

„Heute nicht, heute ist Feiertag, aber an einem der nächsten Tage muß ich dir `mal einiges über den Umgang mit Dienstboten erzählen.“

Pünktlich um neun Uhr, wie verabredet, holten wir meine Eltern und meine beiden kleinen Schwestern im Lehel ab.

Meine Schwestern waren beeindruckt von dem Flug. Meine Eltern dagegen taten so, als seien sie schon x-mal geflogen.

Ich hatte wieder das Hemd und den Anzug von gestern an. Ich hatte ja nichts anderes anzuziehen für eine solche Gelegenheit. Ich hatte lediglich die Unterhose und die Socken gewechselt.

Das Fest im Hotel in Lindau war ganz schön, aber auf die Dauer etwas langweilig. Das Essen war riesig. Es gab eine Menge Dinge, von denen ich noch nie gehört hatte, geschweige denn sie gegessen oder getrunken, wie Schnecken, Austern, Kaviar und französischen Champagner.

Für mich war nichts dabei, was mich begeistert hätte. Die einzige von all den neuen Speisen, der ich Geschmack abgewinnen konnte, waren Krabben.

Von den ca. 50 Gästen kannte ich fast niemand. Die ich kannte, war Susannes Freundin Sibylle, aber bei der mußte ich so tun, als hätte ich sie hier kennengelernt. Alle wurden mir vorgestellt. Ich merkte mir aber keine Namen.

Mir fiel auf, das unter den Gästen nur wenige von unseren Familien waren. Von Susannes Familie waren nur etwa 10 Personen anwesend. Sie war eine geborene von Waldstadt-Zeil, eine Adelsfamilie, die hier nicht weit entfernt im südlichen Württemberg große Besitzungen hatte.

Sie sagte mir später, das sie ausdrücklich nur wenige Personen ihrer Familie eingeladen hatte. Außerdem war da noch ein Herr, der mir als ein Freund von ihr vorgestellt wurde und zwei Freundinnen.

Alle anderen waren Leute, die in verschiedenen Firmen für Susanne arbeiteten. Ich wußte eigentlich gar nicht so recht, was sie auf unserem Hochzeitsfest zu suchen hatten.

Nach dem Mittagsmahl spielte eine Kapelle zum Tanz auf. Ich mußte mit Susanne den Tanz eröffnen. Sie wußte, das ich nicht tanzen konnte und ließ ein langsames Stück spielen, bei dem man einfach von einem Fuß auf den anderen treten konnte. Die restlichen Tänze ließ ich aus, Susanne mußte dagegen noch viel tanzen.

Dann kam auch meine große Schwester. Sie arbeitete seit Februar oder März als Gymnastiklehrerin in einem Kinderheim am Albsee bei Immenstadt. Wir hatten sie erst an diesem Morgen erreicht. Sie durfte den Nachmittag frei nehmen.

Susanne hatte den Chauffeur mit der Limousine geschickt, um sie abholen zu lassen, es war ja keine große Entfernung von Lindau. Sie begrüßte mich mit:

„Na, was machst du denn für Sachen?“,
bevor sie mir gratulierte.

Während die anderen tanzten, setzte ich mich mit meiner Familie zusammen. Ich erzählte ein bißchen, wie Susanne und ich uns kennengelernt hatten.

Nicht das ich eine Lügengeschichte erfunden hätte, ich ließ lediglich die wichtigsten Teile weg und schmückte den Rest mit einigen Einzelheiten aus, die nicht vollständig richtig waren.

Ich erzählte, wir hätten uns im Englischen Garten getroffen. Sie hätte mich in die Villa in Bogenhausen eingeladen und wir hätten dort Nachmittage lang gesprochen und Tee getrunken. So hätten wir uns kennen und lieben gelernt.

Meine Eltern fragten mich nicht, ob wir Sex gemacht hätten. Ebensowenig fragten sie nach der Hochzeitsnacht. Über so etwas redet man nicht, auch hier nicht, wo es wegen der Musik niemand anderes gehört hätte.

Über den Schock vom Vortag waren meine Eltern überraschend schnell hinweg gekommen. Jetzt sorgten sie sich mehr um die praktischen, realen Seiten des Lebens, z.B., ob man den Scheck wohl schon morgen aufs Konto einzahlen könne und wann man wohl in die Villa umziehen könne.

Zu jener Zeit wurde fast alles mit Bargeld gemacht. Schecks waren nur bei finanziellen Transaktionen üblich und so kannten sich meine Eltern damit nicht aus.

Ich erzählte, daß wir unsere Flitterwochen in einem Haus von Susanne in Lausanne verbringen würden und Susanne gab meinen Eltern die Adresse und Telefonnummer von Dr. Angerfurth in München, der alles wegen der Umschreibung der Villa arrangieren würde. Umziehen könnten sie, sobald sie wollten – und der Scheck könne gleich aufs Konto eingereicht werden.

Abends wurden meine Eltern und die kleinen Schwestern wieder zum Flughafen gebracht. Man hatte bereits eine Taxi angefordert und bezahlt, das sie in München nach Hause bringen würde. Meine große Schwester wurde wieder zum Albsee gefahren.

Susanne und ich hatten in dem luxuriösen Hotel eine ‚Suite‘ mit Wohn- und Schlafzimmer.

Wir nahmen gemeinsam ein Bad in der großen Badewanne. Das war wunderschön. Ich legte mich auf sie, d.h. ich schwebte im Wasser über ihr und sie streichelte mich.

Besonders das Streicheln zwischen den Beinen und an den Innenseiten der Oberschenkel genoß ich sehr. Sie fragte mich, ob wir heute zur Feier des Tages meinen Kleinen `mal ‚richtig‘ einsetzen sollten, ihn dort ins ‚richtige Loch‘ plazieren.

„Wir können es ja `mal versuchen.“

Ich erinnerte mich noch, das mein erster Versuch kläglich gescheitert war. Aber jetzt war die Situation anders. Er war nicht mehr verschwindend klein im Vergleich zu einer erwachsenen weiblichen Vagina. Er war gewachsen und hatte schon fast seine volle Länge erreicht, wenn er auch immer noch ziemlich dünn war.

Seine größere Länge hatte sogar schon zu Problemen in den letzten Monaten mit den Frauen und mit Susanne geführt. Ich mußte jetzt weiter nach unten rutschen, um in der Vulva reiben zu können. Das bot sich sowieso an, weil ich ja auch gewachsen war und sonst die Brüste hätte nicht mehr in den Mund nehmen können. Dadurch war aber die ‚Mechanik‘ ein bißchen gestört. Wir hatten das dadurch ausgeglichen, das wir den Frauen ein Kissen unter das Becken gelegt hatten.

Doch jetzt war etwas Neues angesagt: Wir gingen ins Bett und ich beschäftigte mich mit Susannes Brüsten. Dann war der Moment gekommen, ihn zu plazieren und ich begann das richtige Loch zu suchen. Susanne half mit – und schon war er ‚drin‘.

Diesmal fühlte es sich ganz anders an. Die ‚Röhre’ umfaßte ihn vollständig und er fühlte sich weich, warm und geborgen darin. Diesmal wußte ich auch die richtige Bewegung. Es war ja eigentlich die gleiche kleine Halbkreisbewegung des Beckens, die ich immer schon gemacht hatte.

Nur fühlte er sich vielleicht zu wohl da drinnen. Meine Erregung steigerte sich plötzlich von einem Niveau von 3 oder 4 zu 8 und dann gleich zu 9 und 10. Ich war noch keine 15 Sekunden drin und hatte schon meinen Orgasmus.

Zuerst war ich ein bißchen beschämt, weil Susanne ja so schnell nicht zum Höhepunkt gekommen war. Aber dann stellte sich schnell heraus, daß dies kein Unglück war. Wie gewohnt, konnte sie ihn 10 Minuten später schon wieder aufrichten, d.h. sie brauchte nicht auf ihre Orgasmen verzichten.

Wenn er wiedererweckt war, konnte er auch da drinnen reiben, ohne daß ich wieder schnell zum Orgasmus kam. Sie brauchte aber länger, bis sie zu ihrem Orgasmus kam. Wollte sie zu fünf Orgasmen kommen, wie normal, so zog sich das ziemlich lange hin.

Wir gingen daher nach einigen Versuchen zu unserer alten Technik zurück. Susanne sagte dann aber, daß ihr jetzt irgend etwas fehle. Sie liebe das Gefühl, etwas in der Vagina zu haben, wenn wir Sex machten.

Kurze Zeit später – das war dann schon in Lausanne – hatte sie dieses Problem gelöst: Sie hatte, wo, weiß ich nicht, einen Gummiphallus aufgetrieben, den sie jetzt benutzte, wenn wir unseren Sex machten.

Es muß schwierig gewesen sein, ihn zu bekommen. Damals gab es ja noch keine Sex-Shops an jeder dritten Ecke.

Sie führte ihn in die Vagina ein, wenn sie bereits erregt war. Mich störte er nicht weiter bei meiner Reibaktion, denn er verschwand bis auf einen kleinen Stiel, den sie nach hinten drehte, in der Vagina. Allerdings erinnerte mich seine Länge und sein Umfang, daß meiner noch keineswegs ein ausgewachsener Penis war.

An einem dieser ersten Tage unserer Flitterwochen, als wir Sex mit Penetration machten, erwähnte Susanne die Möglichkeit, daß wir ein Kind bekommen könnten.

An meiner Reaktion muß sie bemerkt haben, daß ich so gut wie nichts über das Kinderkriegen wußte. Ich fingierte zwar Souveränität und Allwissenheit, aber es half nichts, sie hatte es schon heraus bekommen. Sie holte ein Lexikon (auch das war in Lausanne), zeigte mir, wie die Sexualorgane beschaffen sind und erklärte in einfachen Worten, was vor sich geht.

Ich bekam einen roten Kopf und schämte mich meiner Unwissenheit, aber sie sagte, da gäbe es gar nichts zu schämen, höchstens für jene, die mir bisher noch nichts erklärt hatten.

Sie sagte, sie wolle im Moment kein Kind bekommen. Mit der Methode, die wir üblicherweise verwendeten, sei es wenig wahrscheinlich, daß sie schwanger würde. Jetzt allerdings, wo wir Sex mit Penetration machten, hätte sie gerne, daß ich „Pariser“ verwenden würde.

Zu jener Zeit gab es ja noch keine Antibabypille, die kam erst kurze Zeit später auf den Markt. Sie erklärte mir geduldig, was ein Pariser ist und ließ mir welche besorgen. Ich wäre vor Scham in den Boden versunken, wenn ich selber in der Apotheke hätte welche kaufen müssen.

Es stellte sich aber schnell heraus, daß die üblichen Präservative zu groß für meinen „Kleinen“ waren. Sie rutschten beim Akt herunter, weil sie nicht fest saßen. Meiner war noch zu dünn.

Susanne sagte, sie wolle sehen, ob sie engere besorgen könnte, aber bevor sie dazu kam, hatte sich das schon erledigt, denn wir waren wieder zu unserer „alten“ Art, Sex zu machen zurückgekehrt.

In den ersten zwei Wochen machten wir täglich „unseren“ Sex. Dann kam es aber vor, daß Susanne schon vor dem fünften Orgasmus aufhörte.

Schließlich gingen wir dazu über, ab und zu einen Tag auszulassen. Susanne sagte, es sei schöner, die ganze Intensität der Orgasmen zu spüren, und das nicht unbedingt täglich, als daß wir täglich Sex machen, sie es aber nicht voll genießen kann.

Auch ich fand es angenehmer, `mal einen Tag auszulassen. Am darauffolgenden Tag war der Orgasmus intensiver. Auch war es wahrscheinlicher, daß ich zu meinem Superorgasmus kam, wenn wir einen Tag ausgesetzt hatten.

Später war sie viel unterwegs und die Pausen wurden häufig und manchmal auch lang. Wenn sie aber da war, ließen wir kaum je mehr als einen Tag aus.



36. Die Fensterfabrik

Am Tag nach der ‚nachgeholten‘ Hochzeitsnacht in Lindau machten wir uns auf den Weg nach Lausanne.

Heute wäre das eine Fahrt von wenigen Stunden auf der Autobahn. Damals aber gab es diese Autobahnen noch nicht und es wäre eine volle Tagesreise gewesen, auch wenn wir über eine kraftvolle Mercedes-Limousine mit einem erfahrenen Chauffeur verfügten.

Susanne sagte aber:

„Es hat keinen Sinn, den ganzen Tag nur Auto zu fahren. Wir könnten auf dem Weg noch einiges erledigen. Zuerst fahren wir nach Zürich und kaufen dort Kleidung für dich. Du brauchst jetzt eine Anzahl von Anzügen, langen Hosen, Krawatten und weißen Hemden.“

Hier sah ich zum ersten Mal eine Kreditkarte in Aktion. Zu jener Zeit gab es in Zürich bereits Geschäfte, die solche Karten akzeptierten. In Deutschland waren Kreditkarten noch praktisch unbekannt. (Kürzlich habe ich diesen Fakt erwähnt und ein Freund von mir meinte, das könne nicht sein, die Kreditkarten wären erst 1971 erfunden worden. Es kann also sein, daß mich da mein Gedächtnis täuscht.)

Danach gingen wir zum ‚Schweizer Bankverein‘ und eröffneten ein Konto für mich. Es war keines jener berühmten Nummernkonten, sondern ein normales Girokonto. Es wurde als ‚Oder‘-Konto auf unsere beiden Namen eingerichtet (was ich nicht hätte akzeptieren dürfen, wie sich später herausstellte).

Von einem anderen Konto wurden eine Million Schweizer Franken auf dieses Konto transferiert. Jetzt hatte ich also Zugang zu einem Betrag, der damals etwa 1,5 Millionen Mark repräsentierte, das wären heute ca. 6 Millionen Mark oder 3 Millionen €.

Ich fühlte mich irgendwie mächtig, hatte aber gar keine Idee, was ich mit dem Geld anfangen sollte. Auf die vielleicht naheliegende Idee, einen Teil davon auf das Konto meiner Eltern zu transferieren, kam ich nicht.

Ich hatte im Kopf, daß sie jetzt über einen unvorstellbar hohen Betrag, DM 60.000, verfügten. Wie so viele aus den weniger begüterten Schichten, liess ich mich leicht durch grosse Zahlen blenden, wenn es um Geld geht.

Man hatte bei der Bank einige Fragen gestellt, weil ich noch nicht volljährig war. Aber Susanne wies auf unsere Hochzeit hin. Sie registrierten mich als ‚für volljährig erklärt‘. Die Heiratsurkunde hatte hierfür ausgereicht.

Weiter ging unsere Fahrt nach Bielerau im Kanton Bern, wo ich ja offiziell schon seit einiger Zeit wohnte. Susanne hatte dort ein kleines Appartment in einem der wenigen Mietshäuser dieses kleinen Ortes in der Nähe von Biel (Bienne).

Das Apartment war groß genug für zwei Personen, hatte aber keinerlei besonderen Luxus, vor allem keine Bediensteten. Ich fand das angenehm. Unser Chauffeur mußte in einem Gästehaus der Firma übernachten.

„Es ist gut, wenn wir zumindest ab und zu an unserem Wohnsitz auftauchen, damit keine unerwünschten Fragen gestellt werden. Der Hausmeister des Mietshauses schickt mir üblicherweise die Post nach, nach Starnberg oder sonst nach Lausanne.

Ich habe meinen – und dann auch deinen - Hauptwohnsitz hierher gelegt, weil hier ein großes Einzelstück meines, äh, unseres Vermögens, die Fensterfabrik, angesiedelt ist. Das Mietshaus gehörte auch der Firma, so daß wir keine Miete zu zahlen brauchen.“

Bielerau liegt noch diesseits der Sprachgrenze, die hier unmittelbar vor der Stadt Bienne verläuft. Es war also noch in der deutschen Schweiz, während Biel (Bienne) schon in der französischen Schweiz liegt.

Am nächsten Tag besuchten wir die Fabrik. Wir waren angekündigt und eine Sitzung des Vorstandes und der Abteilungsleiter war angesetzt worden.

Susanne stellte mich vor und sagte, in Zukunft würden wir zwei für die Firma zuständig sein. Die Blicke, die mir die Herren zuwarfen, waren ungläubig, empört, abschätzig, jedenfalls alles andere als freundlich. Ich konnte in ihren Augen lesen:

„Dieser Junge soll uns etwas zu sagen haben? Eine Zumutung!“

Ich stand da zwar in Anzug und Krawatte vor ihnen, aber ich war erst 16 und schien eher noch jünger zu sein. Wenn sie gewußt hätten, daß ich sie einmal fast alle entlassen sollte, hätten sich ihre Blicke sicher noch mehr verdüstert.

Ich achtete nur auf wenig, was auf der Sitzung gesagt wurde. Eines der Vorstandsmitglieder gab einen Überblick über die Geschäftssituation, der mir nicht viel sagte.

Dann stand Dr. Lauer auf, den ich ja schon kannte (und an den ich mich mit Unbehagen erinnerte) und sprach über die allgemeine konjunkturelle Situation.

Schließlich wurde noch über den Fortgang jener Neuinvestition gesprochen. Die Fabrik stellte Fenster und Balkontüren her. Bei der Neuinvestition handelte es sich um ein eigenes Sägewerk, das zusammen mit dem Waldbesitz, den Susanne schon vorher gehabt hatte, die Versorgung mit Holz für die Fenster und Balkontüren sicherstellen sollte und vor allem die von ihnen als hoch erachteten Holzpreise drücken sollte.

Man erwartete eine deutliche Belebung des Geschäftes, wenn man so zu niedrigeren Preisen anbieten konnte. Ebenso war ein höherer Ertrag geplant, der sich aber nicht als höherer Profit auswirken würde, weil die Zinsen und die Abschreibung der Neuinvestition dies ‚auffressen‘ würden.

Ich verstand nicht, wieso Zinsen zu zahlen waren, wenn Susanne das Geld durch den Verkauf von Immobilien aufgebracht hatte, traute mich aber nicht vor allen zu fragen, um nicht als unwissend dazustehen.

Erst auf der Weiterfahrt fragte ich Susanne danach. Ihr Antwort war nur ein Lächeln:

„Das verstehst du noch nicht. Ich werde es dir bei Gelegenheit erklären.“

Als wir aus dem Sitzungssaal herausgingen, hatte ich einen Gesprächsfetzen aufgefangen:

„Bringt die ihren Lustboy hier mit . . .“

Nach der Sitzung führte mich Susanne durch die Fabrik. Ein Vorstandsmitglied, Herr Panton, begleitete uns. Er sprach nur gebrochen Deutsch und Susanne mußte fast alles übersetzen. Mir war auch in der Sitzung schon aufgefallen, daß mehrmals Französisch gesprochen worden war. Jedesmal hatte dann jemand ermahnt, Deutsch zu sprechen, damit ich auch verstehen konnte. Dafür hatte ich dann erneut messerscharfe Blicke geerntet:

„Nicht nur jung und unerfahren, kann noch nicht einmal Französisch!“

Auf dem Rundgang erzählte mir Susanne die Geschichte der Fabrik:

„Der Vater meines ersten Mannes war als fahrender Tischlergeselle in die Schweiz gekommen. Er hieß eigentlich Hoogens und war Holländer. Hier hatte er sich in die Tochter seines Patrons verliebt, sie geheiratet und ein ‚o‘ aus seinem Namen gestrichen, um ihn ‚einzudeutschen‘. Nachdem er die Tischlerei geerbt hatte, hatte er sich auf Fenster spezialisiert. Bis er aus dem Geschäft ausschied und an seinen Sohn übergab – meinen ersten Mann -, hatte er den Betrieb bereits zu einer kompletten Fenstermanufaktur entwickelt, die 40 Beschäftigte hatte.

Mein erster Mann hat dann einen richtigen Industriebetrieb daraus gemacht. Heute haben wir fast 2.000 Beschäftigte und sind eine der beiden größten Fenster- und Balkontürenfabriken in der Schweiz, d.h. die größte der Deutschen Schweiz.
Die andere Firma, Lefébre, ist in der französischen Schweiz.“

Der Betrieb war beeindruckend. Eine riesige Nummer von Fenstern waren überall am werden. Die große Fabrikhalle hatte die Ausmasse von mehreren Fußballfeldern.

Mir fiel auf, daß noch sehr viel mit der Hand gemacht wurde. Der Betrieb war erst teilweise mechanisiert. So etwas wie Automation war damals sowieso noch unbekannt.

Aber auch ein Fließband oder etwas Vergleichbares war noch nicht eingeführt. Der Vorstand ließ mir übersetzen, daß man ein Betrieb sei, der sehr auf Tradition halte. Wirkliche Qualitätsfenster könnten nur in Handarbeit hergestellt werden.

Man hatte sogar eine kleine Glasmacherei, in der die Scheiben gegossen wurden. Man war offenbar spezialisiert auf jene Fenster eines typischen Schweizerhauses mit vielen Sprossen. Fast alle Fenster, die ich sah, waren jene typischen Doppelfenster, bei denen beide Teile verbunden, aber trennbar waren.

In einer Gegend, in der es so kalt wurde wie in der Schweiz, waren Doppelfenster natürlich am stärksten nachgefragt.

Man hatte aber offensichtlich keine große Vielfalt an Fenstertypen. Ich sah keine Fenster oder Balkontüren, die als ganzes, also ohne Sprossen, eingeglast waren.

Ich hätte schon eine Anzahl Fragen und Vorschläge gehabt, hütete mich aber, sie auszusprechen, denn ich fühlte deutlich, daß ich der Letzte war, dessen Rat hier gefragt war.

Susanne zeigte mir auch die Arbeiten in einem etwas abgelegenen Teil des Werkes, wo zwei Projekte vorangetrieben wurden, die, wie sie mir stolz erzählte, von ihr angeregt worden waren: Aluminiumfenster und Kunststoffenster.

Auf der Weiterfahrt nach Lausanne äußerte ich mein Befremden darüber, daß jener Herr Panton einige Fragen zur Produktion, die ich gestellt hatte, nicht beantworten konnte.

„Herr Panton ist das Vorstandsmitglied, das für Finanzen und Personal zuständig ist. Er ist als ‚Erster unter Gleichen‘ praktisch der Chef des Unternehmens. Er hat keine Zeit, sich im einzelnen um die Produktion zu kümmern.“

Ich fragte, ob die Spitze der Firma mit 5 Vorstandsmitgliedern und 9 Abteilungsleitern nicht etwas groß sei. Susanne ließ dies unbeantwortet und lächelte nur wissend. Ich erzählte auch von dem Gesprächsfetzen, den ich gehört hatte.

„Das hast du mit Sicherheit mißverstanden. Es wird ja da fast ausschließlich Französisch gesprochen.“

„Ja, warum eigentlich, wenn es doch in der deutschen Schweiz liegt?“

„Die meisten kommen aus Biel, der nächsten größeren Stadt. Und dort spricht man eben französisch.“


37. Ein richtiges Schloß

Als wir in der Villa am Genfer See ankamen, war ich überwältigt von dem Anblick. Die Sonne stand tief über dem Horizont und ließ den See in Gold leuchten. Die Villa lag etwas oberhalb und seitlich des Zentrums von Lausanne am Hang und man hatte den Blick über den ganzen See, auf die gegenüberliegenden Berge und auf die hohen Berge, die sich hinter dem oberen Ende des Sees auftürmen.

Einige Bergspitzen dort waren ins Licht der untergehenden Sonne getaucht, während der untere Teil der Berge bereits im Schatten lag. Die Berge schienen wie Goldbarren über den Wolken zu schweben. Viel später hörte ich, daß man dies das Alpenglühen nennt.

Waren Villa und Park in Starnberg schon groß und beeindruckend gewesen, so übertraf dies jene noch. Es war keine Villa, sondern ein Schlößchen. Unterhalb fiel der Hang ziemlich steil ab und es zogen sich Wasserspiele bis zum Eingangstor hinunter. Rechts und links zogen sich Auffahrt und Abfahrt durch eine Art englischen Park. Oberhalb des Schlößchens lagen einige andere Gebäude und dahinter war der Hang nicht mehr so steil und es breitete sich ein dichter Wald aus, der zum großen Teil aus Eßkastanienbäumen bestand.

Es war tatsächlich ein Schlößchen. Irgendein Baron im 18. Jahrhundert hatte es erbauen lassen. Die Räume waren alle sehr hoch. Einige waren in Rokokomanier gestaltet. Der größte Teil war aber schlicht, wenn auch groß. Ich wollte auf der Plattform vor dem Schlößchen bleiben und den Anblick genießen, aber Susanne rief mich nach drinnen:

„Dazu hast du noch genügend Zeit, jetzt muß ich dir die Dienstboten vorstellen.“

In der beeindruckend großen Eingangshalle, in der zwei halbrunde Treppen zum oberen Stock führten, versammelten sich jetzt neun Bedienstete im Halbkreis. Ich erkannte gleich Jeanette und das andere Zimmermädchen wieder, ebenso die Köchin und den Diener – und den Chauffeur kannte ich ja sowieso.

Susanne stellte zunächst mich vor und sagte, daß ich nicht Französisch spreche und deshalb ab sofort hier im Haus Deutsch gesprochen werde und zwar immer!

Dann bat sie den ‚Maior Domus‘ zu mir und stellte ihn vor:

„Louis Demas, hier aus Lausanne.“

Als er mich begrüßte, bemerkte ich gleich, daß er nicht besonders gut Deutsch konnte. Er ging jetzt mit mir an der Reihe der Dienstboten entlang und stellte mir alle vor. Als die Reihe an Jeanette kam, sagte ich:

„Wir haben uns schon gesehen, nicht wahr?“

und lächelte sie an. Sie lächelte strahlend zurück und ich dachte erneut heimlich bei mir:

„Meine Güte, ist die schön!“

Nicht daß ich mich spontan in sie verliebt hätte, es war mehr so, als ob einem, sagen wir, Claudia Schiffer oder Sharon Stone (oder in diesem Fall, bei den dunkelhaarigen, besser: Demi Moore) vorgestellt würden: Man muß nach Luft schnappen vor soviel Schönheit unmittelbar vor einem.

„Jeanette Demas!“

Der Nachname ließ mich aufhorchen und ich sah den Maior Domus an. Er lächelte etwas verlegen:

„Sie ist meine Tochter.“

Noch einmal stutzte ich bei einem Nachnamen. Eine der Putzfrauen hatte etwas zu mir in Französisch gesagt und er übersetzte mir:

„Sie sagt, sie kann kein Deutsch, aber es wird keinerlei Komplikationen mit ihr geben. Claudette Demas.“

Wieder sah ich ihn von der Seite an. Wieder wurde er verlegen:

„Meine Frau.“

Danach führte Susanne mich durchs Schlößchen. Zunächst zeigte sie mir vom hinteren Ende der Eingangshalle aus ein kleineres Gebäude, das nur etwa 10 Meter hinter dem Schlößchen stand.

„Dort wohnen die Dienstboten. Wir haben dort üblicherweise nichts zu suchen. Wenn etwas mit den Dienstboten zu klären ist, geht das über den Maior Domus. Die beiden Putzfrauen und der Maior Domus wohnen nicht hier, sondern unten in der Stadt.“

Sie ging mit mir durch die Räume unten im Erdgeschoß. Sie waren alle leer bis auf die Küche, Waschküche, den Trockenraum und die Speisekammer am rechten hinteren Ende.

„Hier unten ist sonst nichts. Alle von uns genutzten Räume sind im Obergeschoß. Gleich hinter der Villa …“ – sie bestand darauf, das Schloß ‚Villa‘ zu nennen – „... entspringt ein Bach, der unter der Villa durchgeleitet wird und vorne dann jene Wasserspiele speist, die du schon gesehen hast. Dadurch ist das Parterre extrem feucht. Außerdem ist es im Winter schwer zu heizen. Es sind sowieso viel zu viele Räume!“

Im oberen Stockwerk zeigte sie mir zuerst den linken Trakt. Dort waren die Rokoko-verzierten Räume.

„Diesen Teil des Obergeschosses nutzen wir nur zu offiziellen Anlässen und Festen. Ab und zu kommen auch Besucher und wollen einige der Gemälde und Fresken hier sehen.“

Dann gingen wir in den rechten Flügel.

„Hier sind die Zimmer, die wir bewohnen. Hier am Anfang sind zwei Schlafzimmer, eines für jeden von uns, jeweils mit eigenem Badezimmer. Danach kommt ein ungenutztes Zimmer, dann unser Wohnzimmer, dann der Salon. Dahinter die Bibliothek und danach das Eßzimmer, in das direkt die Treppe führt, die von der Küche heraufkommt.

Die Dienstboten können sich nur im Parterre frei bewegen und hier oben im Eßzimmer und auf dem Flur. In unsere Zimmer kommen sie nur, wenn wir sie rufen oder wenn es vereinbart ist und wir nicht drinnen sind.“

Ich war hauptsächlich über eines besorgt:

„Zwei Schlafzimmer? Werden wir nicht in einem Zimmer schlafen?“

„Ha, ha! Nur keine Sorge! In beiden Zimmern ist jeweils ein Doppelbett. Wir können also da oder dort, zusammen oder getrennt schlafen.“

Ich hatte ja zu jener Zeit noch nicht viel Erfahrungen, wie es ist, mit der Frau im gleichen Bett zu schlafen. Die letzten beiden Nächte hatte ich es genossen, eng umschlungen mit ihr einzuschlafen.

Aber dann, im Schlaf, löste man sich automatisch voneinander und jeder schläft auf seiner Seite. Das hatte ich bemerkt, weil ich nachts mehrmals aufgewacht war, weil es ungewohnte Betten und ungewohnte Zimmer waren.

Einige Male probierte ich im Laufe unserer ‚Flitterwochen‘ aus, nach dem Sex in mein Zimmer hinüber zugehen und dort zu schlafen, aber es war nicht angenehm, dann in ein kaltes Bett zu schlüpfen. So wurde Susannes Zimmer unser Schlafzimmer.


38. Bedienstete

An diesem Abend hielt mir Susanne einen kleinen Vortrag über den Umgang mit Hauspersonal.

„Bedienstete haben das volle Recht, gut und höflich behandelt zu werden. Allerdings ist es angebracht, stets die nötige Distanz zu halten. Dienstboten können keine persönlichen Freunde sein, niemand, mit dem man über persönliche Dinge spricht oder an dessen Schulter man sich ausweint.

Manche Hausangestellten haben die Tendenz, wenn sie gut behandelt werden, sich der Herrschaft anzunähern, persönliche Fragen zu stellen oder Kommentare abzugeben.

Sie testen gewissermaßen, wie weit sie gehen können. In solchen Fällen ist es angebracht, bei geeigneter Gelegenheit höflich, aber deutlich klarzustellen, daß eine solche ‚Annäherung‘ nicht erwünscht ist. In der Regel wird derjenige (oder diejenige) dann damit aufhören.

Andernfalls muß man allerdings härtere Maßnahmen ergreifen, bis hin zur Entlassung.

Das Personal hat auch seinen Stolz. Ich kann z.B. nicht einfach in die Küche gehen und verkünden, heute würde ich kochen. Das würde die Köchin als persönliche Beleidigung auffassen. Ebensowenig kannst du plötzlich anfangen, dein Bett selbst zu machen oder im Wohnzimmer Staub zu wischen. Das würde das Zimmermädchen als Kritik an ihrer Arbeit auffassen.

Allerdings mußt du nicht jedes Mal, wenn du etwas trinken willst, den Diener rufen. Wenn wir unter uns bleiben wollen, holen wir es uns selbst.

Wir haben in den bewohnten Zimmern eine Klingel, mit der wir den Diener rufen können. Hat er getan, was zu tun war, zieht er sich zurück. Bei uns gibt es das nicht, daß er in einer Ecke auf weitere Aufträge wartet.

Die Zimmermädchen sind für Ordnung und Sauberkeit in unseren Schlafzimmern zuständig, wischen Staub in allen Räumen, tragen das Essen auf und bügeln.

Die Putzfrauen sind für die Sauberkeit der Fußböden in allen Räumen außer unseren Schlafzimmern zuständig, waschen die Wäsche und helfen beim Bügeln und Abwaschen.

Gärtner und Chauffeur ist klar, Köchin ebenfalls.

Der Diener trägt das Frühstück auf, hilft in der Küche und ist für Getränke zuständig.

Hier in Lausanne haben wir auch, wie du schon gesehen hast, einen Maior Domus. Er ist der Chef des Personals und für die gesamte Villa und den Park zuständig.

In Starnberg ist der Gärtner gleichzeitig Maior Domus. In Deutschland nennt man das ‚Verwalter’. Dort ist nicht soviel im Park zu tun.

Unsere Köchin, die beiden Zimmermädchen, der Chauffeur, der Pilot und der Diener sind alle Schweizer, die sowohl Deutsch als auch Französisch sprechen. Sie werden entweder in Starnberg oder in Lausanne eingesetzt, je nachdem, wo wir uns aufhalten.

Die Putzfrauen, Gärtner und der Maior Domus bleiben dagegen an ihren Einsatzorten.“

Ich erinnerte mich, daß ich bei der Begegnung mit den Dienstboten in Starnberg den typische Schweizerdeutsch-Akzent und bei Jeanette jenen Akzent gehört hatte, den Personen mit Französisch als Muttersprache fast nie ablegen können, auch wenn sie gut Deutsch sprechen.

„Wenn man mit dem Personal im Hause lebt, muß man sich dessen natürlich bewußt sein. Dein kleines Malheur in Starnberg diesbezüglich hatte eine einfache Ursache: Du bist nicht an Hauspersonal gewöhnt. Wenn man nicht will, daß sie einen im Schlafanzug sehen, muß man sich etwas anziehen, bevor man hinausgeht.

Noch etwas wollte ich dir sagen: Es gibt Hausangestellte, die nicht so einfach akzeptieren, wenn eine neue ‚Herrschaft‘ die eingefahrenen Abläufe durcheinanderbringt. Du wirst dies eventuell spüren, wenn wir jetzt mit Bediensteten zusammenleben.

Manchmal geht einer sogar so weit, die ‚alte‘ gegen die ‚neue‘ Herrschaft ausspielen zu wollen.

Ich habe dies selbst erlebt, als ich frisch verheiratet mit meinem ersten Mann war. Unser damaliger Chauffeur konnte es einfach nicht ertragen, jetzt die Aufmerksamkeit auf zwei Personen aufteilen zu müssen. Zuerst versuchte er meine Anweisungen einfach zu ignorieren und behauptete dann, er habe es nicht richtig verstanden oder vergessen. Wir mußten ihn wiederholt ermahnen. Dann kam es mehrmals vor, daß er behauptete, er müsse bereits meinen Mann fahren und könne mich daher nicht fahren.

Später fand ich dann heraus: Er hatte meinen Mann gar nicht gefahren. Zur Rede gestellt behauptete er, nichts dergleichen gesagt zu haben. Der Höhepunkt war schließlich erreicht, als ich ihn einmal bat, mich in die Stadt zu fahren. Er behauptete, mein Mann habe ihn gebeten, ‚alarmbereit‘ zu bleiben, weil er ihn jeden Moment brauchen könne.

Ich fuhr mit dem eigenen Wagen in die Stadt. Er aber ging zu meinem Mann und fragte ihn, ob er in Wartestellung bleiben solle. Mein Mann sagte zerstreut: „Ja – ja“. Später, als ich bemerkt hatte, daß er ihn gar nicht fahren mußte, fragte ich meinen Mann, warum er die ‚Alarm‘-Anweisung gegeben hatte. Er sagte, davon wisse er gar nichts. Er rief den Chauffeur, der verwickelte sich in Widersprüche und wurde sofort entlassen.

Damit sich so etwas nicht wiederholt, sollten wir beide folgendes beachten: Immer wenn ein Bediensteter gegenteilige Anweisung des Anderen behauptet, bleibt zunächst die erste Anweisung bestehen. Dann sollten wir mit dem Anderen darüber reden, ob er jene Anweisung gegeben hat. Überhaupt würde ich dich als unerfahren auf diesem Gebiet bitten, in jeglicher Frage, die Personal betrifft, immer gleich mit mir zu reden.“

Die Hausangestellten hatten sich schnell ihre Meinung gebildet, warum die reiche junge Witwe sich einen so jungen Ehemann genommen hatte. Es mußte wegen des Sex sein, der ‚Kleine‘ mußte phantastisch im Bett sein. Ich hörte ab und zu Gesprächsfetzen zu diesem Thema.

Die Unterhaltungen auf Französisch und auch jene in reinem Schweizerdeutsch konnte ich zwar nicht verstehen, aber als Verständigungssprache mit den Französisch Sprechenden mußten sie ja ‚Hochdeutsch‘ verwenden.

Das ist das von starkem ‚Schweizerdeutsch‘-Akzent geprägte Deutsch, von dem wir Deutsche meistens annehmen, es sei das Schweizerdeutsch. In Wirklichkeit, so mußte ich lernen, ist Schweizerdeutsch eine eigene Sprache, die wir nicht oder fast nicht verstehen.

Mir wurde klar, daß sie mich den ‚Gespielen‘ oder den ‚Lustburschen‘ nannten. Einmal schnappte ich auch eine Bemerkung auf, die sich auf die angeblich sagenhafte Größe meines Phallus bezog. Ich hatte zu jener Zeit eher etwas Sorge, er wäre zu klein geraten, wenn ich ihn mit Susannes Gummiphallus verglich.

Ich spürte deutlich: die Dienstboten behandelten mich etwas herablassend. Ich war nicht als ‚vollwertige‘ Herrschaft anerkannt.

Ab und zu hörte ich unwirsche Worte auf Französisch, wenn ich irgendwelche Sonderwünsche äußerte. Was „merde“ bedeutet, wußte ich bald, auch ohne Französisch zu können.

Nur die drei der Familie Demas behandelten mich verschieden, wie ich fand, d.h. äußerst zuvorkommend. Vielleicht bildete ich mir das auch nur ein, vielleicht war es nur, weil sie unter sich Französisch sprachen oder er sich als Maior Domus nichts herausnehmen wollte.

Aber was ich mir bestimmt nicht einbildete, war die besonders aufmerksame, ja direkt liebevolle Behandlung, mit der Jeanette mich bedachte. Sie räumte in meinem Zimmer auf und bediente mich üblicherweise bei Tisch. Sie lächelte mir immer zu, sie fragte mich immer wieder, ob ich noch etwas wünsche (sie sagte „vinßen der Herr noch etwaß“), ob noch etwas fehle und ob alles zur Zufriedenheit sei.


39. Umarmungen mit Jeanette

Nach einiger Zeit blieb es aber nicht nur dabei. Immer, wenn Susanne nicht in der Nähe war, richtete sie es ein, direkt in meinem Blickwinkel zu arbeiten, sich bücken zu müssen, was mir einen Blick unter den kurzen Rock ihrer Dienstmädchenuniform eröffnete, oder ihr Dekolleté vor mir zu platzieren, was tiefe Einblicke zuließ. Auch kam sie mir nun immer ganz nahe, wenn sie etwas servierte.

Ich konnte sehen, da war kein BH und die Brustwarzen zeichneten sich deutlich unter der Uniformbluse ab. War sie erregt in meiner Nähe?

Ich konnte ihr angenehmes und anziehendes Parfüm riechen – oder war es ihr eigener Geruch, der so anziehend war? Sie war sich sehr wohl ihrer Schönheit bewußt und verstand es, vor mir zu defilieren: Ihren Hintern wackeln zu lassen, ihre großen Brüste in Stellung zu bringen und mir zuzulächeln. Langsam aber sicher begann ich mich in sie zu verlieben....

Nicht daß dies irgendwie mein Verhältnis zu Susanne zusätzlich angekratzt hätte. Es war einfach etwas anderes.

Jeanette war aus meiner Generation, jemand, in den man sich verlieben konnte, jemand, an den man versuchen konnte sich anzunähern.

Susanne dagegen war eine jener älteren Frauen, mit denen man Sex machte und mit denen man zusammen war. Sie war in einer anderen Kategorie, „spielte in einer anderen Liga“.

Wenn ich jetzt Susanne küßte (inzwischen hatte ich meine Abneigung gegen Küsse schon abgelegt), dachte ich oft, wie es wohl wäre, Jeanette zu küssen.

Beim Sex an Jeanette zu denken, erlaubte ich mir nicht. Das wäre der Art von Gefühl nicht angemessen gewesen, das ich für sie empfand.

Im Laufe der Zeit entwickelte Jeanette eine besondere Fertigkeit, Situationen herbeizuführen, in denen wir uns berührten, wenn Susanne nicht dabei war. Wenn sie mir servierte, berührten ihr Arm wie zufällig den meinen. Ich war jedesmal wie elektrisiert.

Wenn ich morgens aus Susannes in mein Zimmer kam, um mich anzuziehen, war Jeanette meistens schon da, um aufzuräumen. Auch wenn mein Bett ungenutzt war, wurde die Bettdecke ins Fenster gelegt, um auszulüften. Das Bett wurde zurechtgemacht usw. Wenn ich hereinkam, zog sie sich zurück, um später zurückzukommen, wenn ich nicht mehr im Zimmer war.

Zuerst waren mir diese morgendlichen Begegnungen peinlich gewesen, weil ich ja nur einen Schlafanzug anhatte und weil ich morgens nach dem Aufwachen üblicherweise einen ‚Harten‘ hatte, der sich in der Schlafanzughose deutlich abzeichnete.

Das Problem hatte ich gelöst, indem ich eines meiner neuen Kleidungsstücke, einen Morgenmantel, mit in Susannes Zimmer nahm (eigentlich war es ein Bademantel, aber ich bestand darauf, ihn ‚Morgenmantel’ zu nennen....verflixt, wo habe ich das nur schon einmal gelesen...?). Morgens zog ich ihn dann über. So war nichts mehr zu sehen.

Einige Zeit später hatte ich den Eindruck: Es war genau das, was sie sehen wollte. Ich begann, den Morgenmantel in meinem Zimmer zu ‚vergessen‘.

Eines Tages geschah es, als sie in der Nähe der Tür arbeitete, durch die ich herein kam: Sie schien die Tür nicht gehört zu haben und machte einen Schritt zur Seite, als ich vorbeikam, so daß wir zusammenstießen. Ich hielt sie fest, damit sie nicht hinfiel. Sie ließ sich so richtig in meine Arme fallen. Als wir uns getrennt hatten, entschuldigte sie sich.

Ich sagte:
„Macht nichts. War mir ein Vergnügen.“

Beim ersten Mal war es vielleicht noch Zufall. Aber nun ‚passierte‘ es fast jeden Morgen. Es war völlig klar, daß sie es absichtlich machte. Ich hätte dem natürlich ausweichen können, spielte aber mit.

Nach einigen morgendlichen ‚Zusammenstößen‘ blieben die Vorwände praktisch außen vor. Morgens warf sie sich mir praktisch in die Arme, wenn ich die Tür geschlossen hatte und nahe bei ihr vorbei ging.

Einmal griff sie bei einer solchen morgendlichen ‚Umarmung‘ nach unten, während ich sie festhielt und nahm – ich glaubte es kaum – durch die Schlafanzughose meine ‚Morgenlatte‘ in die Hand.

Sie nahm ihn nur einfach in die Hand, ohne weiteres, ohne zu drücken oder zu reiben, aber ich kann die Szene bis heute in meine Erinnerung rufen. Es war unerwartet, herausfordernd und doch auch irgendwie unschuldig.

Jetzt hatte sie also seine tatsächliche Größe festgestellt. Ich nahm an, ihre Annäherungsversuche und das Gerede der anderen Angestellten würden nun aufhören. Aber beides trat nicht ein. Ihre Vorliebe für mich schien unabhängig davon zu sein, wie groß er war und sie schien auch den anderen nichts von seiner tatsächlichen Größe erzählt zu haben, denn die Bemerkungen hörten nicht auf.

Unsere ‚Umarmungen‘ waren aber immer nur kurz. Sie drehte zwar ihr Gesicht zu mir, aber ich küßte sie nie bei dieser Gelegenheit.

Später dann legte sie den Ort, wo wir uns ‚trafen‘, gleich neben das Bett, wo ich vorbei mußte, um zum Schrank zu kommen.

Sie gab vor, mit mir zusammenzustoßen, warf sich mir aber praktisch in die Arme und zog mich, rückwärts fallend, mit sich aufs Bett. Da lag ich dann auf ihr.

Es war unheimlich aufreizend und ich genoß es. Ich spürte ihre großen und harten Brüste und bemerkte erneut: Sie trug keinen BH. Mein 'Kleiner' wurde ganz wild bei der Berührung mit ihrem Körper. Sie mußte ihn wohl spüren.

Ich küßte sie aber immer noch nicht, sondern ließ meinen Kopf neben ihren fallen, so daß mein Mund auf ihre Schultern kam. Jedesmal, wenn wir so aufs Bett fielen, dauerte es länger, bis ich mich wieder aufraffte. Ich genoß die Sekunden, wenn ich auf ihr lag, meine Backe gegen ihre Backe drückte und mein Mund die zarte Haut ihrer Schulter spürte.

Ich wagte es nicht, meinen Kleinen gegen sie zu drücken, weil ich fürchtete, dies könnte die Besonderheit des Momentes zerstören.

Dies, was ich für sie empfand, war nicht einfach Sex, mir schien es etwas Heiliges, Erhabenes. Mein 'Kleiner' war da anderer Meinung. Er wollte Sex mit ihr. In Wirklichkeit war es natürlich nicht er sondern ich, der das wollte, aber ich erlaubte es mir nicht und so wälzte ich die ‚Schuld‘ auf ihn ab.

Susanne hatte mir schon eingeschärft, daß ich jetzt keinen Sex mehr mit anderen Frauen haben dürfte und ich hatte dies auch akzeptiert. Außerdem hatte ich eine Vorstellung von romantischer Liebe, die unabhängig von Sex war.

Ich wollte, wenn ich mich denn schon in Jeanette verliebte, dies nicht auf Sex basieren. Zusätzlich war mein Gefühl für Jeanette ganz anders, viel zarter und zugleich intensiver als das gegenüber Susanne und ich wollte diesen Zauber nicht mit profanen Dingen wie Sex zerstören.



Hier ist der Link zum nächsten Teil: http://milliansstrass.twoday.net/stories/milliansstrass-7-kapitel-40-und-folgende/

(Dies ist ein fiktives Werk, auch wenn autobiographische Erfahrungen verarbeitet wurden.)

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